Matthäus 4
Danach führte der Heilige Geist Jesus in die Wüste, weil er dort vom Teufel auf die Probe gestellt werden sollte. Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte keine Nahrung zu sich genommen hatte, war er sehr hungrig. Da trat der Teufel zu ihm und sagte: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann verwandle diese Steine in Brot.“ Doch Jesus erwiderte: „Nein! Die Schrift sagt: ,Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.‘“ Darauf nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem, auf den höchsten Punkt der Tempelmauer. Dort sagte er: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring hinunter! Denn die Schrift sagt: ,Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen. Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.‘“ Jesus antwortete: „Die Schrift sagt aber auch: ,Fordere den Herrn, deinen Gott, nicht heraus‘.“ Als Nächstes nahm ihn der Teufel mit auf den Gipfel eines hohen Berges und zeigte ihm alle Länder der Welt mit ihren Reichtümern. „Das alles schenke ich dir“, sagte er, „wenn du vor mir niederkniest und mich anbetest.“ „Scher dich fort von hier, Satan“, sagte Jesus zu ihm. „Denn die Schrift sagt: ,Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen.‘“ Da verließ ihn der Teufel, und Engel kamen und sorgten für Jesus.
Das Erste, was Jesus zu Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit zu überstehen hat, sind die Versuchungen durch den Teufel. Hierhin hat ihn der Heilige Geist geführt. Bedrohliche, ja: teuflisch anmutende Situationen haben oft einen anderen Regisseur als wir vermuten. Und auch Christen kennen solche Wüstenzeiten, wenn auch das Teuflische nicht immer so manifest ist, wie hier berichtet wird.
Was aber will der Teufel von Jesus? Es sind drei Dinge, in denen er ihn auf die Probe stellt. In den ersten beiden Versuchungen will der Teufel erreichen, dass Jesus auf seine Provokationen eingeht und das Spiel mitmacht. Schlau wie der Teufel ist, liefert er ihm auch gleich noch die biblischen Belegstellen dafür, dass Jesus damit eigentlich kein Risiko eingeht. Die Versuchung liegt eben darin, dass Jesus sich unter die Gesetzmäßigkeiten Satans beugen soll. Natürlich kann er Brot verwandeln und unbehelligt von der Mauer springen. Aber dadurch würde er nur dokumentieren, dass der Teufel Macht über ihn hat – und die hat er eben nicht.
Die dritte Versuchung zielt plump auf den Kern: Jesus soll den Teufel anbeten, dafür wird ihm ein unermessliches Vermögen versprochen, nämlich der Herr der Welt zu sein – von Satans Gnaden. Aber Jesus weist ihn in die Schranken.
Auch wir kennen Anfechtungen, in denen wir versucht sind, mit Hilfe unserer Taten anderen zu beweisen, dass wir richtig glauben. Auch sind wir nicht dagegen gefeit, auf materieller Ebene versucht zu werden. Jesus hat alldem widerstanden. Wir Christen sind manchmal weniger standfest …
