Matthäus 6
„Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde an, wo Motten oder Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und sie stehlen können. Sammelt eure Reichtümer im Himmel, wo sie weder von Motten noch von Rost zerfressen werden und vor Dieben sicher sind. Denn wo dein Reichtum ist, da ist auch dein Herz. … Niemand kann zwei Herren dienen. Immer wird er den einen hassen und den anderen lieben oder dem einen treu ergeben sein und den anderen verabscheuen. Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen. … Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung. Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht. Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.“
Ja, ja, das liebe Geld. Oder sollte man sagen: das böse Geld? Jedenfalls kann der Umgang mit Geld eine Eigendynamik bekommen, die uns von den eigentlichen Zielen Gottes ablenkt. Gott und Geld sind zwei Paar Schuhe, und man kann immer nur eins anziehen.
Der Umgang mit Geld kann sich ja in zwei entgegengesetzte Richtungen von dem abwenden, was Gott möchte: Das Erste ist die Habsucht. Es ist doch immer wieder zu beobachten, dass die meisten Menschen, die bereits Millionen besitzen (so viel, dass sie für ihr Leben und das ihrer Kinder gut ausgesorgt haben), den Hals nicht voll genug kriegen und gar nicht davon ablassen können, noch mehr zu bekommen. Das wirkt schon fast wie ein innerer Zwang. Hier zeigt sich dann wirklich, dass das Herz am Reichtum klebt.
Nun haben die meisten Leser dieser Zeilen mit der zweiten Krankheit wahrscheinlich mehr zu tun als mit der ersten: den Sorgen um die Einkünfte. Angesichts von Arbeitslosigkeit und immer höheren Lebenshaltungskosten machen sich die meisten Menschen Sorgen, auch Christen. Können wir morgen noch unser Haus abbezahlen? Was ist, wenn das Auto kaputtgeht? Wird unsere Altersversorgung ausreichen? Natürlich müssen wir über diese Dinge auch ganz praktisch nachdenken und Entscheidungen treffen, aber hier wird uns gesagt, dass wir das entspannt tun können, weil über allem Gott steht, der für uns sorgt.
Der Text zeigt auch, dass es dabei nicht um ein tagträumerisches Leben geht, sondern dass wir täglich unsere Belastungen haben. Da ist die Bibel ganz realistisch. Aber deswegen müssen wir uns heute nicht die Kopfschmerzen von morgen machen.
