Matthäus 7
„Hört auf, andere zu verurteilen, dann werdet auch ihr nicht verurteilt. … Warum regst du dich über einen Splitter im Auge deines Nächsten auf, wenn du selbst einen Balken im Auge hast? … Du Heuchler! Zieh erst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann siehst du vielleicht genug, um dich mit dem Splitter im Auge deines Freundes zu befassen.“
Dieses Gebot Jesu ist vielleicht dasjenige, gegen das am häufigsten verstoßen wird. Richten wir nicht alle? Und zwar immer wieder und ohne schlechtes Gewissen? Besteht unser Leben nicht geradezu aus Beund Verurteilungen? Und das nicht nur in Gedanken, sondern auch in Worten?
Natürlich ist gegen nüchterne Beurteilungen nichts zu sagen. Jesus und die führenden Christen der ersten Gemeinden haben sehr weit reichende und je nach Umstand auch negative Urteile abgegeben. Es handelt sich hier auch nicht um die Verordnung einer rosa Brille, die uns gegen die Unzulänglichkeiten der Menschen immun machen soll.
Es handelt sich vielmehr darum, dass das Beurteilen von Menschen in der richtigen Haltung geschieht. Falsch ist jedenfalls die Haltung, den anderen belehren zu wollen, während man selbst unbelehrbar bleibt. Falsch ist es auch, sich permanent über den anderen aufzuregen. Klar geschieht auch uns Christen so etwas – es ist aber nicht richtig (wie fromm unsere Selbstrechtfertigungen auch sein mögen). Warum nicht? Weil letztlich hinter dieser Haltung nicht Christi Liebe und Barmherzigkeit stecken, sondern Arroganz dem anderen gegenüber.
Wie kommen wir da heraus? Dadurch, dass wir am eigenen Balken, der eigenen Betriebsblindheit sozusagen, arbeiten – den der Herr uns aber erst einmal zeigen muss. Bitten wir ihn darum!
