Tag 307

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Lukas 19

Die Menge hörte Jesus zu. Und er erzählte ihnen ein Gleichnis; denn da er nahe bei Jerusalem war, glaubten sie, dass das Reich Gottes nun anbrechen würde. Er sagte: „Ein vornehmer Mann wurde in ein fernes Land gerufen, um dort zum König gekrönt zu werden. Danach wollte er wieder zurückkehren. Vor seiner Abreise rief er zehn Diener zu sich und gab ihnen zehn Pfund Silber, mit denen sie in seiner Abwesenheit handeln sollten. Aber sein Volk hasste ihn und sandte ihm eine Abordnung nach, um ihm sagen zu lassen, dass sie ihn nicht zum König haben wollten. Als er zurückkam, ließ der König die Diener kommen, denen er das Geld gegeben hatte. Er wollte erfahren, was sie mit dem Geld angefangen und welche Erträge sie erzielt hatten. Der erste Diener berichtete: ,Herr, ich habe die ursprüngliche Summe verzehnfacht!‘ ,Gut gemacht‘, rief der König. ,Du bist ein vertrauenswürdiger Diener. Du warst mit dem wenigen treu, das ich dir anvertraut habe; deshalb werde ich dich zur Belohnung als Statthalter über zehn Städte setzen.‘ Der nächste Diener meldete: ,Herr, ich habe das Fünffache des ursprünglichen Betrags erwirtschaftet‘. ,Gut gemacht‘, sagte der König. ,Du kannst Statthalter über fünf Städte sein.‘ Der dritte Diener aber übergab ihm nur die ursprüngliche Summe und erklärte: ,Ich habe es versteckt und sicher aufbewahrt. Ich hatte Angst, weil du ein so strenger Mann bist; du nimmst, was dir nicht gehört, und erntest, was du nicht gesät hast.‘ ,Du schlechter Diener!‘, fuhr der König ihn an. ,Streng soll ich sein? Wenn du mich so gut kanntest und wusstest, wie streng ich bin, warum hast du das Geld dann nicht auf eine Bank gebracht, damit ich wenigstens Zinsen erhalten hätte?‘ Darauf wandte der König sich an die Umstehenden und befahl: ,Nehmt diesem Diener das Geld ab und gebt es dem, der seinen Anteil verzehnfacht hat.‘“

Die drei Diener in dieser Geschichte sind doch eigentlich alle treu. Keiner hat das Geld verjuxt oder ist damit auf und davon. Zwei haben auch noch klug damit gewirtschaftet und der Dritte, na ja, der hat zumindest gut darauf aufgepasst.

Was Gott uns schenkt, ist zum Ausgeben da. Das gilt nicht nur für das Geld, sondern für alles, was er uns bietet. Eine Lebenshaltung, die von Ängstlichkeit bestimmt ist, die auf Nummer sicher geht und sich lieber nicht dem Risiko aussetzt, auch etwas verlieren zu können, die hat schon verloren.

Wenn wir unsere Gaben Gottes jeglicher Art aus Lebensangst oder falsch verstandener Gottesfurcht vergraben, haben wir Gott wirklich zu fürchten. Von daher ist dieses Gleichnis ein Plädoyer für ein mutiges Leben. Und es zeigt, dass Gott uns für den Umgang mit unseren Gaben verantwortlich macht, uns aber auch eine große Freiheit gibt, damit zu handeln, wie wir es selbst für richtig erachten.