Der Religionsmonitor 2026 zeigt: Wer seinen Glauben aktiv lebt, engagiert sich häufiger für das Gemeinwohl.
Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung untersucht seit 2007 in unregelmäßigen Abständen, welchen Einfluss Religion auf das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland hat. Das Ergebnis: Obwohl die Zahl der Kirchenmitglieder schrumpft, spielen christliche Prägungen und kirchliche Gemeinschaften für den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiterhin eine wichtige Rolle, heißt es.
Im Religionsmonitor erreichen evangelische und katholische Befragte höhere Zusammenhaltswerte als der Bevölkerungsdurchschnitt. Evangelische kommen auf 55 Punkte, Katholiken auf 53 Punkte. Der Durchschnitt aller Befragten liegt bei 51 Punkten, Konfessionslose erreichen 49 Punkte. Besonders deutlich fällt der Unterschied bei Menschen aus, die ihren Glauben als wichtigen Teil ihres Lebens beschreiben. Hochreligiöse Katholiken erzielen 56 Punkte, hochreligiöse Evangelische sogar 61 Punkte und damit den höchsten Wert der gesamten Untersuchung.
Mitgliedschaft allein reicht nicht aus
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass die bloße Zugehörigkeit zu einer Kirche noch keinen positiven Einfluss auf den Zusammenhalt hat. Katholiken, die zwar Kirchenmitglieder sind, ihrem Glauben im Alltag aber wenig Bedeutung beimessen, erreichen lediglich 46 Punkte. Sie liegen damit sogar unter dem Wert der Konfessionslosen. Bei evangelischen Befragten mit geringer Religiosität werden 50 Punkte gemessen. Entscheidend ist nach Einschätzung der Forschenden nicht die Mitgliedschaft, sondern die tatsächlich gelebte religiöse Praxis.
Vertrauen, Engagement und Gemeinwohl
Besonders sichtbar werden die Unterschiede bei Themen wie Vertrauen, Engagement und sozialen Beziehungen. Mit wachsender Religiosität steigen sowohl bei evangelischen als auch bei katholischen Befragten die Werte für ehrenamtliches Engagement, soziale Netzwerke und zwischenmenschliches Vertrauen, heißt es. Hochreligiöse Evangelische erreichen bei der Gemeinwohlorientierung 65 Punkte, bei den sozialen Netzen 62 Punkte. Auch die Verbundenheit mit demokratischen Institutionen fällt in dieser Gruppe stärker aus.
Kirchengemeinden schafften Räume für Begegnungen, förderten nachbarschaftliche Hilfe und motivierten Menschen, sich ehrenamtlich einzubringen. Wo Gemeinden Menschen zusammenbringen und Kontakte über das eigene Umfeld hinaus ermöglichen, stärken sie nach Einschätzung der Autoren Vertrauen und Zusammenhalt.
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