2. Korinther 4
Wir ziehen nicht umher und verkünden uns selbst; wir verkünden Christus Jesus, den Herrn. Wenn wir etwas über uns selbst sagen, dann allenfalls, dass wir durch das, was Christus für uns getan hat, zu euren Dienern wurden. Denn Gott, der sprach: „Es werde Licht in der Finsternis“, hat uns in unseren Herzen erkennen lassen, dass dieses Licht der Glanz der Herrlichkeit Gottes ist, die uns im Angesicht von Jesus Christus sichtbar wird. Doch diesen kostbaren Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen, nämlich in unseren schwachen Körpern. So kann jeder sehen, dass unsere Kraft ganz von Gott kommt und nicht unsere eigene ist. Von allen Seiten werden wir von Schwierigkeiten bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir sind ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Wir werden verfolgt, aber Gott lässt uns nie im Stich. Wir werden zu Boden geworfen, aber wir stehen wieder auf und machen weiter. Durch das Leiden erfahren wir am eigenen Leib ständig den Tod von Christus, damit auch sein Leben an unserem Körper sichtbar wird. … Deshalb geben wir nie auf. Unser Körper mag sterben, doch unser Geist wird jeden Tag erneuert. Denn unsere jetzigen Sorgen und Schwierigkeiten sind nur gering und von kurzer Dauer, doch sie bewirken in uns eine unermesslich große Herrlichkeit, die ewig andauern wird! So sind wir nicht auf das Schwere fixiert, das wir jetzt sehen, sondern blicken nach vorn auf das, was wir noch nicht gesehen haben. Denn die Sorgen, die wir jetzt vor uns sehen, werden bald vorüber sein, aber die Freude, die wir noch nicht gesehen haben, wird ewig dauern.
Das Evangelium zu verkünden heißt nicht etwa, allen zu erzählen, was wir Christen doch für tolle Hechte sind. Wenn man sich etwa mit einer wachsenden Gemeinde schmücken kann, dann ist es ja ziemlich verführerisch, das Lob für sich selbst einzuheimsen. Es gibt auch Menschen, die einem dieses Lob bereitwillig spenden. Ein wenig Lob ist gut und baut auf, zu viel davon überzuckert unseren Charakter. Selbstüberschätzung ist unter Christen eine verbreitete Untugend.
Paulus stand zumindest als gereifter Christ nicht in dieser Gefahr, sich selbst zu überschätzen, und aus seinen Briefen wissen wir, dass er keine Pseudo-Bescheidenheit lebte, sondern auf der einen Seite sehr demütig, auf der anderen Seite aber auch durchaus selbstbewusst war. Nur wusste er um die Zerbrechlichkeit unseres Lebens. Sein Leben war ja auch nicht das von uns so erträumte christliche Freudenparadies. Da ging es hart zur Sache, und mehr als einmal war er in Lebensgefahr. Seine Lektion daraus: Unser schwaches Dasein auf der Erde ist nur die dunkle Folie, auf der der Glanz Gottes umso stärker leuchten kann.
