Tag 353

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Galater 5

So hat uns Christus also wirklich befreit. Sorgt nun dafür, dass ihr frei bleibt und lasst euch nicht wieder unter das Gesetz versklaven. Hört zu! Ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr auf die Beschneidung vertraut, um vor Gott gerecht zu werden, dann kann Christus euch nicht helfen. Ich wiederhole es noch einmal: Wer sich beschneiden lässt, der muss sämtliche Vorschriften des Gesetzes erfüllen. Denn wenn ihr durch das Gesetz vor Gott bestehen wollt, seid ihr von Christus getrennt und aus Gottes Gnade gefallen. Wir dagegen glauben und erwarten durch den Geist, dass sich die Hoffnung erfüllt, die Gott uns verheißen hat. Denn wenn wir unser Vertrauen auf Christus Jesus setzen, fragt Gott nicht danach, ob wir beschnitten oder unbeschnitten sind. Entscheidend ist der Glaube, der sich in der Liebe zeigt. Ihr habt doch so gute Fortschritte gemacht! Wer hat euch denn abgehalten, weiter der Wahrheit zu folgen? Gott ganz bestimmt nicht, denn er ist es ja, der euch zur Freiheit berufen hat. Aber wenn auch nur einer unter euch falsche Wege geht, genügt das, um euch alle anzustecken – ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig! Doch ich vertraue auf den Herrn und glaube, dass ihr euch in diesen Dingen wieder zum rechten Glauben zurückführen lassen werdet. Wer immer dieser Mensch auch sein mag, der euch aufgestört und verwirrt hat: Gott wird ihn richten.

Die Briefe des Neuen Testaments muss man immer im Hinblick auf ihre Adressaten lesen. Während die Gemeinde in Korinth beispielsweise sich geistlich für großartig hielt, auf charismatischem Sektor gut drauf war, ethisch aber neben der Spur, herrschte in den galatischen Gemeinden ein gesetzlicher Rigorismus. Es gibt immer Leute, die es mit dem Christsein nicht nur ernst, sondern so genau nehmen, dass von ebendiesem Christsein nicht mehr viel übrig bleibt.

Der Galaterbrief ist der unverblümteste Brief des Paulus. Er nimmt keinerlei Blatt vor den Mund und weist die Galater darauf hin, dass sie nicht auf die hören sollen, die durch ein Aufrichten von Gesetzen die Gnade Gottes relativieren. „Christus und das Gesetz“ hieß die Devise, dem Paulus ein „Christus allein“ entgegenhält. Anders lautende Behauptungen sind ein anderes Evangelium, das nichts mit der eigentlichen guten Nachricht zu tun hat. Das Ergebnis war wohl zu beobachten: ständiger Zank und Streit.

Heutzutage kommen solche Einflüsse nicht mehr so akzentuiert jüdisch daher. Aber es gibt auch heute noch viele Christen, die Leute durch irgendwelche Regeln, Gebote und Ansichten unter Druck setzen, dass dabei ein Christsein herauskommt, das nur noch dem Namen nach ein solches ist. Man darf sich aber durch enge Negativdenker, die sich letztlich von Streitigkeiten ernähren, nicht kirre machen und vor allem nicht die innere Freiheit nehmen lassen.