2. Könige 5
Daraufhin kehrten Naaman und sein ganzes Gefolge zu dem Mann Gottes zurück. Als er vor ihm stand, sagte Naaman: „Ich weiß jetzt, dass es keinen Gott auf der Welt gibt außer in Israel. Bitte, nimm ein Geschenk von deinem Diener an.“ Doch Elisa antwortete: „So wahr der HERR lebt, dem ich diene: Ich werde nichts annehmen.“ Und obwohl Naaman ihn sehr drängte, nahm er kein einziges Geschenk an. … Als er zu seinem Herrn kam, fragte Elisa ihn: „Wo bist du gewesen, Gehasi?“ „Nirgendwo“, antwortete der. Da fragte ihn Elisa: „Weißt du nicht, dass ich im Geiste bei dir war, als Naaman vom Streitwagen stieg und dir entgegenkam? Ist dies die Zeit, Geld oder Gewänder anzunehmen oder Olivenhaine, Weinberge, Schafe, Rinder oder Diener und Dienerinnen? Du wirst für immer an dem Aussatz Naamans leiden und deine Nachkommen auch.“ Und als Gehasi den Raum verließ, war er aussätzig; seine Haut war weiß wie Schnee.
Elisa war zwar kein Beamter, dennoch wollte er nichts von den Dank-Geschenken Naamans annehmen. Warum eigentlich? Es steht hier zwar nicht, man kann es aber vermuten: Er hatte Gottes Auftrag erfüllt und keine kommerzielle Dienstleistung angeboten. Das trieb dem sonst so loyalen Diener Gehasi aber die Tränen in die Augen. Jetzt hatte man schon mal die Gelegenheit, mit Reichtum überhäuft zu werden (und da wären sicher auch für Gehasi ein paar Euro abgefallen), da sagt der Chef: „Nein, danke!“
Wer das Geld liebt, läuft ihm auch hinterher, und das tat Gehasi dann buchstäblich. Wie er es aber anstellt, um dann doch noch etwas vom Reichtum abzusahnen, ist lügenhaft und billig. Man fragt sich, ob Elisa bei der Personalauswahl nicht sorgfältiger auf Charakterbildung hätte achten sollen. Doch machen wir uns nichts vor: Gelegenheit macht auch aus uns nicht nur Diebe, sondern noch viel öfter Lügner.
Gehasi bekommt die Quittung, denn Elisa erweist sich hier als Mann von geistbegabter Hellsichtigkeit. Wenn Gott heute noch mit uns umginge wie mit Gehasi, wäre die Welt eine große Hautklinik.
