Tag 157

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Hiob 38 bis 40 in Auszügen

Da antwortete der HERR Hiob aus dem Sturm: „Wer ist es, der Gottes weisen Plan mit Worten ohne Verstand verdunkelt? Tritt vor mich hin wie ein Mann! Ich will dir Fragen stellen und du sollst mich belehren. Wo warst du, als ich die Grundfesten der Erde legte? Sag es mir, sofern du Bescheid weißt! Weißt du, wer ihre Maße festlegte oder wer das Maßband über ihr ausspannte? Worauf sind ihre Stützpfeiler eingesenkt und wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander sangen und alle Engel vor Freude jubelten?“ … Dann sprach der HERR zu Hiob: „Will der Tadler mit dem Allmächtigen streiten? Der Mann, der Gott zurechtweist, soll nun antworten!“ Da antwortete Hiob dem HERRN: „Ich bin ein Nichts – wie könnte ich dir etwas erwidern? Ich lege mir die Hand auf den Mund. Ich habe einmal geredet und werde nicht wieder damit anfangen, ein zweites Mal und ich will es nicht mehr tun.“

Bei Hiob kommt einiges zusammen: Anfechtung eins: unermessliches Leid; Anfechtung zwei: Der Ehepartner gibt Gott den Laufpass; Anfechtung drei: Die Freunde quälen ihn mit Erklärungen, die ihn nicht erreichen, sondern abstoßen; Anfechtung vier: Gott scheint zu schweigen.

Wer das ganze Buch liest, erlebt in diesem Prozess Hiob als höchst charakterstarken Mann, der allerdings auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Weder schont er in seinem Urteil seine Freunde noch lässt er Gott in Ruhe. Er schreit, klagt und macht Gott gar Vorwürfe. Allerdings zeigt gerade das, dass er tatsächlich einen lebendigen Glauben an einen lebendigen Gott hat. Dennoch mischen sich in sein Urteil über Gott Dinge, die Hiob eben aus der sehr beschränkten Menschenperspektive wahrnimmt.

Und was das angeht, weist Gott ihn in einer langen Rede zurecht. Er stellt die Sichtweise Hiobs vom Kopf wieder auf die Füße. Dabei stößt Gott gar nicht in das gleiche Horn wie die Freunde Hiobs. Er belehrt Hiob nicht darüber, warum etwa auch gute Menschen leiden müssen, sondern weist ihn einzig und allein auf seine Größe und Souveränität hin. Und hierzu kann Hiob dann gar nicht mehr viel sagen.

Wenn alle Stricke reißen (seien es falsche Bindungen oder vorgebliche Rettungsseile), dann ist Gott da. Gott ist unsere einzige Chance. Das wissen wir und stimmt eigentlich immer. Aber er führt uns in besonders angefochtene Situationen, in denen wir dies auch existenziell erleben. Hier knüpft er mit uns ein neues „Glaubensseil“.