Tag 218

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Esra 1

Und im ersten Jahr, als Kyrus König von Persien war, erfüllte sich das Wort des HERRN, das er durch Jeremia gesprochen hatte: Er entflammte den Geist des Kyrus, sodass dieser die folgende Erklärung abfassen und im ganzen Reich verkünden ließ: „So spricht Kyrus, der König von Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben. Nun hat er mich dazu bestimmt, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu errichten. Wer unter euch seinem Volk angehört – sein Gott sei mit ihm! – soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen, um das Haus des HERRN, des Gottes Israels, zu bauen. Denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt. Aber auch die übrigen Einwohner aus all den Orten, in denen er als Fremder lebt, sollen ihn unterstützen mit Silber und Gold, mit Vorräten, mit Vieh und darüber hinaus mit einer freiwilligen Gabe für das Haus Gottes in Jerusalem.“

Die babylonische Gefangenschaft hat 50, für einige auch 60 Jahre gedauert. Nun ist ein Ende in Sicht. Das muss für die Israeliten nach Jahren des Fernseins von der Heimat so unfassbar gewesen sein wie der Fall der Berliner Mauer für uns: immer wieder erbeten und doch völlig unerwartet.

Kyrus war offenbar kein Kontrollfreak, der jeden gleichschalten wollte, sondern ließ in seinem Reich jeden nach seiner Fasson selig werden. Seine Toleranz ging sogar so weit, dass er den Israeliten erlaubte, aus seinem unmittelbaren Einflussbereich herauszutreten und in die Heimat zurückzukehren.

Und mehr als das: Er gibt die von den Babyloniern geraubten Tempelgerätschaften heraus und initiiert noch eine Fundraising-Aktion: Er fordert die ortsansässigen Mitbewohner auf, auch für den Tempel in Jerusalem zu spenden, was diese offenbar auch gerne tun.

Es ist schon interessant, dass Gott diesen (für damalige Verhältnisse) freigeistigen Herrscher benutzt, um Heils-Geschichte zu schreiben. Die Bibel zeigt immer wieder, dass auch die Allermächtigsten nur Werkzeuge in der Hand Gottes sind.