Tag 328

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Johannes 21

Nach dem Frühstück sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen?“ „Ja, Herr“, erwiderte Petrus, „du weißt, dass ich dich lieb habe.“ „Dann weide meine Lämmer“, sagte Jesus. Jesus wiederholte die Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ „Ja, Herr“, antwortete Petrus, „du weißt, dass ich dich lieb habe.“ „Dann hüte meine Schafe“, sagte Jesus. Noch einmal fragte er ihn: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil Jesus die Frage zum dritten Mal stellte, und sagte: „Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Jesus sagte: „Dann weide meine Schafe.“

So geht Jesus mit seinen Leuten um! Erinnern wir uns: Petrus war der Heißsporn unter den Jüngern. Er hatte sich selbstbewusst vor seinem Herrn in die Brust geworfen und behauptet, er folge ihm, egal was geschieht. Auch war er derjenige, der am meisten Ahnung davon hatte, wer Jesus wirklich war. Und dann kam die erniedrigende Szene mit dem krähenden Hahn, die Jesus ihm zudem zuvor noch prognostiziert hatte.

Petrus war also nicht nur ein Versager, sondern auch ein Mensch, dem Jesus gar nicht zugetraut hat, dass er nicht versagt. Er hatte also nicht nur einen Fehler gemacht, sondern war eigentlich nicht einmal in den Augen des Herrn das High Potential, für das er sich selbst gehalten hat. Eigentlich kann man die fromme Karriere da abhaken, oder?

Jesus sagt auch jetzt nicht: „Lass die Flügel nicht hängen! Du bist schon spitze! Jeder macht mal Fehler. Schwamm drüber.“ Seine Art, den Petrus wiederherzustellen, ist, ihn zu fragen, ob Petrus ihn lieb hat. Nur das ist die eigentliche Qualifikation für die Arbeit im Reich Gottes. Nicht unsere Gaben, nicht unsere charakterliche Standfestigkeit sind es, die den Herrn überzeugen. Wir sind unser Leben lang Wackelkandidaten – und unsere Gaben kommen ohnehin nicht aus uns selbst heraus, sondern von Gott. Aber die Liebe zu Jesus ist das, was uns wirklich dazu befähigt, im Reich Gottes Verantwortung zu übernehmen.