Apostelgeschichte 6
Stephanus, ein Mann, bei dem die Gnade und Kraft Gottes in ganz besonderer Weise spürbar war, wirkte erstaunliche Wunder und Zeichen unter den Menschen.
Apostelgeschichte 7 in Auszügen
Stephanus antwortete: „Brüder und ehrwürdige Väter, hört mich an. … Mose selbst erklärte dem Volk Israel: ,Gott wird einen Propheten wie mich aus eurem Volk erwählen.‘ Mose war in der Wüste der Vermittler zwischen dem Volk Israel und dem Engel, der ihm auf dem Berg Sinai Worte des Lebens für uns mitgab. Doch unsere Vorfahren wollten Mose nicht folgen. Sie lehnten ihn ab und wollten nach Ägypten zurückkehren. Sie sagten zu Aaron: ,Mach uns Götter, die vor uns hergehen können, denn wir wissen nicht, was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten herausgeführt hat.‘ Und so machten sie sich ein Kalb als Götzen, dem sie Opfer darbrachten, und freuten sich über das Werk ihrer Hände. Da wandte Gott sich von ihnen ab und überließ sie der Anbetung von Sonne, Mond und Sternen! … Starrköpfig seid ihr! Im Herzen seid ihr wie die Menschen, die Gott nicht kennen, und taub für die Wahrheit. Könnt ihr nicht endlich aufhören, euch dem Heiligen Geist zu widersetzen? Eure Vorfahren taten es, und ihr macht es genauso! Nennt mir nur einen einzigen Propheten, den eure Vorfahren nicht verfolgt haben! Sie gingen sogar so weit, diejenigen umzubringen, die das Kommen des Gerechten prophezeiten, den ihr nun verraten und ermordet habt. Ihr habt Gottes Gesetz mit Absicht missachtet, obwohl ihr es durch die Hand von Engeln empfangen habt.“
Die Anschuldigungen, die Stephanus gegen sie erhob, versetzten die führenden Männer des jüdischen Volkes in maßlose Wut. Doch Stephanus, vom Heiligen Geist erfüllt, blickte unverwandt zum Himmel hinauf, wo er die Herrlichkeit Gottes sah, und er sah Jesus auf dem Ehrenplatz zur Rechten Gottes stehen. Er sagte zu ihnen: „Schaut doch, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn auf dem Ehrenplatz zur Rechten Gottes stehen!“ Da hielten sie sich die Ohren zu, schrien mit lauter Stimme und stürzten sich auf ihn. Sie schleppten ihn hinaus vor die Stadt und steinigten ihn. Die amtlichen Zeugen der Hinrichtung zogen ihre Mäntel aus und legten sie zu Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus nieder. Während sie ihn steinigten, betete Stephanus: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.“ Und kniend rief er: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Mit diesen Worten starb er.
Stephanus war einer der Diakone in der Jerusalemer Gemeinde. Das waren Männer, die dafür eingesetzt waren, den Aposteln einiges an konkreter praktischer Arbeit abzunehmen. Nun konnte Stephanus nicht lassen, immer wieder von Jesus zu erzählen. Das stieß bei den herrschenden Juden übel auf. Da kam es dann wieder zu den üblichen tendenziösen Fehldeutungen – und Stephanus wurde religiös kriminalisiert. Jetzt musste er sich rechtfertigen – und auch das gerät zu einer Stunde Gottes, wenn auch der Ausgang menschlich gesehen tragisch ist.
Es wird vermerkt, dass ein eigenartiger Glanz auf Stephanus gelegen habe. Das kann allerdings den Hohen Priester und seine Spießgesellen nicht hinreichend beeindrucken. Es kommt dann zu einer langen Predigt des Stephanus (zumindest im Vergleich zu dem, was die Bibel uns sonst an Predigten überliefert). Liest man diese Predigt, so verwundert einen anfangs, dass das die Juden aufgeregt haben soll. Schließlich scheint doch nur die Heilsgeschichte rekapituliert zu werden. Doch von vorne bis hinten ist die Predigt durchsetzt: anfangs mit Nadelstichen, später mit Schwerthieben gegen die Juden. Tenor: Die religiösen Spitzenkräfte meinen zwar, sie stünden auf der Seite Gottes, die biblischen Zusammenhänge lassen aber nur den Schluss zu, dass sie die Helfershelfer des Bösen sind.
Daraufhin brennen den religiösen Führern sämtliche Sicherungen durch, und sie steinigen Stephanus. Aber mitten hinein in diesen ersten christlichen Märtyrertod, von dem wir wissen, scheint tröstlich, dass Stephanus für alle sichtbar den Glauben bis zum Tod bewahrt.
