2. Mose 14
Dann streckte Mose seine Hand über das Meer aus. Da ließ der HERR das Wasser durch einen starken Ostwind zurückgehen. Der Wind blies die ganze Nacht, teilte das Meer und verwandelte den Meeresboden in trockenes Land. So konnten die Israeliten trockenen Fußes mitten durch das Meer ziehen; links und rechts von ihnen stand das Wasser wie eine Mauer. Alle Pferde, Streitwagen und Reiter des Pharaos jagten ihnen mitten ins Meer hinein nach. Kurz vor Sonnenaufgang blickte der HERR aus der Feuerund Wolkensäule auf das Heer der Ägypter und brachte die Krieger durcheinander. Er ließ die Räder ihrer Streitwagen abspringen, sodass sie kaum noch vorwärtskamen. „Lasst uns fliehen!“, riefen die Ägypter. „Der HERR steht auf der Seite der Israeliten und kämpft gegen uns!“ Da sprach der HERR zu Mose: „Strecke deine Hand noch einmal über das Meer aus, damit das Wasser zurückfließt und die ägyptischen Streitwagen und Reiter überflutet.“ Als der Morgen graute, streckte Mose seine Hand über das Meer aus. Da floss das Wasser wieder zurück, den fliehenden Ägyptern entgegen. So trieb der HERR die Ägypter ins Meer. Das Wasser überflutete alle Streitwagen und Reiter des Pharaos, die den Israeliten ins Meer nachgejagt waren. Nicht ein einziger Ägypter überlebte.
Dies ist wohl eines der bekanntesten Ereignisse der Bibel überhaupt. Der Pharao hat sich wieder eines Schlimmeren besonnen und jagt hinter den Israeliten her, vergisst aber dabei, dass Israel das Land in Waffenrüstung verlassen hat. Dennoch bekommt Israel es mit der Angst zu tun, als sich nun die beiden Lager Auge in Auge gegenüberstehen. Mose muss sich aus den eigenen Reihen ganz unfromme weinerliche Schimpftiraden anhören, doch ruft er sein Volk zum Glaubensmut auf. Es ist gut, dass Gott uns zur Depression neigenden Menschen auch Leute zur Seite stellt, die selbst dann den Blick auf Gott nicht verlieren, wenn es äußerlich schlecht aussieht.
Dass der Trost keine billige Vertröstung ist, zeigt sich dann rasch. Es kommt zum Wunder der Teilung des Meeres, sodass die Israeliten trockenen Fußes durchmarschieren können. Im Lager der Feinde lässt Gott das Chaos ausbrechen und die Ägypter schließlich im Roten Meer umkommen. Zur tief greifenden Umkehr des ägyptischen Volkes hat aber auch das nicht geführt. Und für die Israeliten hatte die Erinnerung an dieses spektakuläre Ereignis, zumindest, was ihre seelische Befindlichkeit angeht, auch nur eine kurze Halbwertszeit.
