4. Mose 21
Da schickte der HERR Giftschlangen. Viele der Israeliten wurden gebissen und starben. Daraufhin liefen die Leute zu Mose und riefen: „Wir haben Schuld auf uns geladen, als wir dem HERRN und dir Vorwürfe machten. Bete zum HERRN, dass er uns von den Schlangen befreit!“ Und Mose betete für das Volk. Da sprach der HERR zu ihm: „Fertige eine Schlange an und befestige sie oben an einer Stange. Jeder, der sie anschaut, nachdem er gebissen wurde, wird am Leben bleiben.“ Mose fertigte eine Schlange aus Bronze an und befestigte sie an der Spitze einer Stange. Jeder, der von einer Schlange gebissen wurde und dann die bronzene Schlange anschaute, blieb am Leben.
1. Könige 18
Hiskia tat, was dem HERRN gefiel, so wie sein Stammvater David vor ihm. Er ließ die Höhenheiligtümer zerstören, die Gedenksteine umhauen und die Ascherabilder umstürzen. Er zerbrach die bronzene Schlange, die Mose gemacht hatte, weil das Volk Israel angefangen hatte, sie anzubeten, indem es Weihrauch vor ihr verbrannte. Die Bronzeschlange wurde Nehuschtan genannt.
Von dieser Geschichte haben wir zuvor schon gehört. Sie beginnt – wie könnte es anders sein – wieder mit den unzufriedenen Israeliten. Die Strafe dafür waren Giftschlangen, die der HERR schickte und denen viele Israeliten zum Opfer fielen. Immerhin führt diese radikale Methode doch zu einer gewissen Erkenntnis, und das Volk Israel bittet Mose, sich doch beim HERRN für sie zu verwenden.
Das Heilmittel ist etwas überraschend. Eine bronzene Schlange wird angefertigt und jeder, der diese anschaut, wird gerettet. Ein weiteres Mal taucht die bronzene Schlange noch in der Bibel auf. Man hatte sie offenbar aufbewahrt und später zum Götzenbild umfunktioniert. Es ist häufig so, dass Dinge, durch die Gott gewirkt hat, sich verselbstständigen und zum Gegenstand der Anbetung werden. Der mittelalterliche Reliquienkult mit seinen zahllosen Gegenständen der Verehrung (von Heiligenknochen bis Kreuzessplittern) trieb dies dann später auf die Spitze. Allerdings ist die Art, wie König Hiskia damit umgeht, das einzig Richtige, selbst in Anbetracht der Tatsache, dass das Schlangenbild ursprünglich wirklich von Gott gegeben war.
Nun ist es sicherlich nicht angemessen, wenn Christen auf Missbräuche mit fanatischer Bilderstürmerei reagieren. Aber der Hinweis darauf, wer der eigentliche Gegenstand der Anbetung ist, ist angesichts mancher Auswüchse gerade in der Volksfrömmigkeit schon hin und wieder angebracht.
