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Die ultrakonservative Piusbruderschaft lehnt die geplante Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) wegen dessen offener Haltung gegenüber dem Islam ab.

Einem Bericht der römischen Tageszeitung «La Repubblica» vom Montag zufolge fordert die Priesterbruderschaft dagegen die Seligsprechung von Papst Pius XII., da dessen Verhalten «in schwarzen Zeiten heroisch» gewesen sei.

Der Sprecher des französischen Distrikts der Traditionalisten, Patrick de la Roque, bemängelt in einem Dokument über beide Päpste, dass Johannes Paul II. «mit Worten und mit seinem Kuss den Koran als Gotteswort ansieht». Der Vorgänger von Benedikt XVI. habe zudem «Johannes den Täufer zum Schutz des Islams angerufen».

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Das Seligsprechungsverfahren für den im April 2005 verstorbenen Papst aus Polen wurde im Juni desselben Jahren eröffnet. Nach der Zuerkennung des «Heroischen Tugendgrades» durch Benedikt XVI. im Dezember 2009 ist noch der Nachweis eines Heilungswunders auf Fürsprache des verstorbenen Papstes notwendig. Der Prozess der Seligsprechung für Pius XII. wurde 1965 eröffnet. Im vergangenen Dezember nahm der Prozess eine wichtige Hürde, nachdem Benedikt XVI. in einem Dekret dem wegen seiner Haltung zum Holocaust umstrittenen Kirchenoberhaupt «heroische Tugenden» bescheinigt hatte. Dieser Schritt war von jüdischen Organisationen kritisiert wurden.

Die Traditionalisten erkennen vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) beschlossene Reformen wie die Öffnung für den Dialog mit anderen Kirchen und Religionen nicht an. Sie feiern weiterhin die Messe nach dem alten vorkonziliaren Ritus.

(Quelle: epd)