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Evangelische Allianz veröffentlicht Positionspapier zu Politik und Glaube 

Die Evangelische Allianz hat ein Positionspapier zu Politik und Glaube beschlossen. Es soll Gemeinden und christliche Werke zu gesellschaftlichem Engagement ermutigen – parteipolitisch unabhängig und auf Grundlage gemeinsamer ethischer Werte.

Wie können Christinnen und Christen politische und gesellschaftliche Debatten mitgestalten, ohne sich an eine Partei zu binden? Mit dieser Frage befasst sich ein neues Positionspapier der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD). Der Konvent des Netzwerks verabschiedete das Dokument bei seiner Sitzung in Bad Blankenburg.

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Das Papier trägt den Titel „In Verantwortung vor Gott und den Menschen – Politik, Christlicher Glaube und die Evangelische Allianz“. Es soll Gemeinden, Ortsallianzen, Werke und Gremien dabei unterstützen, aktuelle Fragen aus christlicher Perspektive zu diskutieren und sich in die Gesellschaft einzubringen.

Parteipolitisch unabhängig 

Das Dokument besteht aus drei Teilen: einer biblisch-theologischen Orientierung, einer gemeinsamen öffentlichen Grundposition und einem Werkzeugkasten für den gesellschaftlichen Dialog. Als Leitgedanken nennt die EAD die Einheit in Christus, die Orientierung am Wort Gottes, die unantastbare Würde jedes Menschen sowie Liebe und Hoffnung als Maßstäbe des Handelns.

Zugleich grenzt die Allianz ihren Anspruch ab: Sie versteht sich als gesellschaftlich engagiert, aber parteipolitisch unabhängig. Das Netzwerk gibt nach eigenen Angaben keine Wahlempfehlungen für bestimmte Parteien ab und will nicht zu jeder politischen Sachfrage eine gemeinsame Position formulieren. Christinnen und Christen könnten bei konkreten Themen zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen und dennoch im Glauben verbunden bleiben.

Gemeinsame Maßstäbe sieht die EAD unter anderem im Einsatz für Menschenwürde, Lebensschutz, Religionsfreiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung sowie im Schutz vor Gewalt. Auch Wahrhaftigkeit und Rechtsstaatlichkeit nennt das Papier. Zugleich spricht sich die Allianz gegen Antisemitismus, Rassismus und politischen Extremismus aus.

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Susanne Thyroff, Sprecherin des EAD-Konvents, hebt die Vielfalt des Netzwerks hervor. Gemeinden und Werke hätten unterschiedliche Prägungen; verbunden seien sie durch den Glauben an Jesus Christus und gemeinsame ethische Überzeugungen. Sie erklärte außerdem: „Dieses Positionspapier zeigt, wie wir uns aus dem christlichen Glauben heraus gesellschaftlich einbringen können: parteipolitisch unabhängig und mit Wertschätzung für unser Gegenüber.“

Politischer Beauftragter: Vertrauen auf Gottes Willen

Der politische Beauftragte der EAD, Johann Matthies, sagte: „Unser Land erlebt tiefgreifende Veränderungen. Doch für Resignation oder gar Zynismus gibt es keinen Grund: Uns als Evangelische Allianz in Deutschland verbindet eine lebendige Hoffnung. In diesem Positionspapier beschreiben wir, wie wir als Christen unsere Gesellschaft mitgestalten wollen: im Vertrauen auf Gottes guten Willen und sein Wirken, auf Wegen der Versöhnung und des Brückenbaus.”

Am Konvent arbeiten nach Angaben der EAD rund 60 Leitungspersönlichkeiten aus Kirchen, Gemeinden, Werken, Verbänden und Ortsallianzen mit. Das Netzwerk umfasst demnach etwa 900 örtliche Allianzen sowie rund 380 Werke und Einrichtungen. Es wolle dazu beitragen, den gesellschaftlichen Dialog zu fördern, Brücken zu bauen und Versöhnung zu stärken.

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