„Es gab kein Weinen“, erinnert sich Eliza aus Malawi. „Meine Tochter ist einfach umgekippt. Wie üblich habe ich mich gebückt, um sicherzugehen, dass sie noch atmet.“ Elizas Tochter Christabel ist zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt.
Bereits Monate zuvor war der Gesundheitszustand von Christabel fragil. Immer wieder leidet sie an Durchfall und Lungenentzündungen. Krankenhausbesuche werden für sie zur Routine. Jeder Besuch endet jedoch mit derselben Erklärung: „Ihr Kind ist unterernährt.“
Eliza lebt mit ihrem Ehemann und den gemeinsamen vier Kindern in einem kleinen Lehmhaus. Die Familie hält sich durch tägliche Lohnarbeit über Wasser und verdient kaum genug, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken. Viele Kinder in Malawi kämpfen mit den Folgen von Mangelernährung und werden immer wieder von Krankheiten heimgesucht. Für sie wird das zu einem stillen Kampf ums Überleben.
Mangelernährung von Kindern zählt weltweit zu den hartnäckigsten und lebensbedrohlichsten Herausforderungen. Rund 50 Millionen Kinder unter fünf Jahren leben nach UNICEF-Angaben mit chronischer Mangelernährung. Besonders viele betroffene Kinder leben in Subsahara-Afrika (62 Millionen) und Südasien (56 Millionen).
Klimatische Veränderungen verschärfen die Situation von Kindern zusätzlich. Dürren, extreme Hitze und Überschwemmungen gefährden die Ernährungssicherheit und Gesundheit von Kindern und Familien. Sie erschweren den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, Bildung und Schutz.
Kampf gegen Mangelernährung
Die Mitarbeiter einer lokalen Kirche, die mit dem christlichen Kinderhilfswerk Compassion zusammenarbeitet und ein Compassion-Kinderzentrum leitet, erkennen ein Muster. Bei routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen zeigt sich, dass über 80 Kinder Anzeichen von Mangelernährung aufweisen. Christabel ist eines der Kinder.
Die lokale Partnerkirche beginnt, eng mit den Mitarbeitern des Gesundheitszentrums zusammenzuarbeiten. Neben der akuten Versorgung ergreift sie Maßnahmen zur Prävention und Aufklärung. Sie starten eine Schulung mit dem Schwerpunkt auf Ernährung. Sie vermittelt Wissen über die Gesundheitsversorgung und Ernährung sowie Strategien zur Stärkung von Familien in Krisenzeiten. Darüber hinaus erhalten die Kinder therapeutische Nahrung, Vitamin-A-Präparate und werden medizinisch versorgt, während die Mütter praktisches Wissen erwerben.

„Wir haben Gruppen für Mütter gegründet, damit sie an Schulungen teilnehmen können. Bei den Treffen lernen sie, gesunde Mahlzeiten mit Lebensmitteln zuzubereiten, die in der Region verfügbar sind“, betont Betina, Leiterin des Compassion-Kinderzentrums.
Auch Eliza nimmt daran teil. „Ich wusste nicht, dass Lebensmittel wie orangefarbene Süßkartoffeln meinem Kind so guttun können“, sagt Eliza. Sie beobachtet, wie die Kursleiterin die Süßkartoffeln zubereitet. Zu Hause übt sie nun, was sie in der Schulung gelernt hat.
Die Arbeit der lokalen Partnerkirchen geht über die Schulungen hinaus. Armut ist weiterhin ein großes Hindernis für viele Familien. Durch kleine Initiativen, etwa die Haltung von Nutztieren wie Ziegen, soll die Lebensgrundlage von Familien verbessert werden. Ziel ist es, eine nachhaltige Einkommensquelle zu schaffen und die Ernährungssicherheit zu fördern. Gleichzeitig besuchen ehrenamtliche Mitarbeiter die Familien regelmäßig, um zu sehen, wie sie zurechtkommen.
Die Bemühungen der lokalen Partnerkirchen zeigen sichtbare Veränderungen. Auch bei Christabel. Sie nimmt an Gewicht zu, und ihre Energie kehrt zurück. Bei einem Arztbesuch misst eine Krankenpflegerin den Armumfang von Christabel. „Sie ist im grünen Bereich“, sagt die Krankenpflegerin voller Freude.
Das ist ein Wendepunkt für Christabel und ihre Mutter. „Ich mache mir keine Sorgen mehr um sie“, sagt Eliza. „Dank des Einsatzes der Kirche in dieser Nachbarschaft sehe ich einen Unterschied. Das ist etwas, was die Kirche tun sollte: sich um Menschen in Not kümmern. Ich bin froh, dass wir eine solche Kirche in der Nachbarschaft haben.“
Gemeinsam das Überleben sichern
Mit gezielten Maßnahmen gehen die lokalen Partnerkirchen von Compassion die Ursachen von Mangelernährung an. Dabei arbeiten sie eng mit den Kindern und Familien zusammen – sowohl durch praktische Unterstützung als auch durch persönliche Begleitung und Beziehungsarbeit.
Die lokalen Partnerkirchen unterstützen bereits jetzt Kinder und Familien, die täglich nicht wissen, ob und wie viel sie zu essen haben. Kinder und Familien erhalten beispielsweise Lebensmittelpakete, medizinische Versorgung, Unterstützung bei der beruflichen Weiterbildung und Einkommensgewinnung sowie Schulungen für nachhaltige Landwirtschaft.
Stell dich an die Seite von Familien in Not! Gemeinsam den Hunger bekämpfen. Unterstütze unser Anliegen auf compassion.de/lebensmittel.
Compassion Deutschland
Compassion setzt sich als christliches Kinderhilfswerk seit über 70 Jahren für Kinder in Armut und ihre Familien ein. Gemeinsam mit mehr als 9.000 lokalen Partnerkirchen und Partnern in 29 Ländern fördert Compassion durch gezielte Ansätze wie das Mutter-Kind-Programm und 1-zu-1-Patenschaften die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und ihren Familien. Der deutsche Zweig mit Hauptsitz in Marburg wurde 2007 gegründet.

Quellen:
UNICEF Deutschland (2026):150 Millionen Kinder laut UN-Bericht chronisch mangelernährt. Pressemitteilung vom 21. Juli 2026.
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/150-millionen-kinder-laut-un-bericht-chronisch-mangelernaehrt/402814
Zugriff: 16. September 2026.
UNICEF Data (2025): Malnutrition in Children. UNICEF Data.
https://data.unicef.org/topic/nutrition/malnutrition/
Zugriff: 16. September 2026.
UNICEF (2026):El Niño threatens more than two-thirds of children in Eastern and Southern Africa. Pressemitteilung vom 1. September 2026.
https://www.unicef.org/press-releases/el-ni%C3%B1o-threatens-more-two-thirds-children-eastern-and-southern-africa
Zugriff: 16. September 2026.
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