Tag 114

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1. Samuel 18 in Auszügen

David zog für Saul in den Kampf und war erfolgreich in allem, was Saul ihm auftrug. Schließlich machte Saul ihn zum Heerführer. Als das Heer nach dem Sieg Davids über den Philister nach Hause zurückkehrte, kamen die Frauen aus allen Städten König Saul entgegen. Sie sangen und tanzten vor Freude und spielten auf Tamburinen und Zimbeln. Sie sangen: „Saul hat Tausende getötet, aber David Zehntausende!“ Saul wurde sehr zornig, weil ihm das Lied ganz und gar nicht gefiel. Er dachte: „Als Nächstes werden sie ihn zu ihrem König machen!“ Und von da an war Saul eifersüchtig auf David. Am nächsten Tag wurde Saul von einem bösen Geist Gottes befallen, sodass er wie ein Wahnsinniger in seinem Haus tobte. David begann, auf der Harfe zu spielen, wie er es immer tat. Doch Saul hatte einen Speer in der Hand und schleuderte ihn nach David in der Absicht, ihn an die Wand zu spießen. David aber konnte dem Speer zweimal ausweichen. Da fürchtete sich Saul vor David, weil der HERR ihn verlassen hatte und jetzt mit David war. Schließlich verbannte Saul David aus seiner Nähe. Inzwischen hatte sich jedoch Sauls Tochter Michal in David verliebt, und Saul war hocherfreut, als er das hörte. „Ich will sie ihm zur Frau geben, aber sie soll ihm zum Verhängnis werden, sodass er den Philistern in die Hände fällt“, dachte er. … Als Saul erkannte, dass der HERR mit David war und seine Tochter Michal David liebte, fürchtete er sich noch mehr vor ihm, und er wurde für den Rest seines Lebens zu seinem Feind.

Man kann die Geschichte Davids auch aus der Perspektive Sauls lesen: Es ist dramatisch, mit welcher Konsequenz Saul seinen Weg bergab geht und was dazu beiträgt. Da wird der eigene Sohn plötzlich zum besten Freund des designierten Nachfolgers. Das Volk wiederum singt ein Loblied auf David, das man mit einem empfindlichen Gemüt auch als Spottlied gegen Saul hören kann. Kurzum: Saul ist klar, dass sein Feind in seinem eigenen Palast sitzt. Und beinahe wird ein Wutanfall Sauls David zum Verhängnis.

Es kommt noch schlimmer: Saul heckt einen Plan aus, damit David umkommt. Doch je mehr er plant, desto mehr verstrickt er sich, und alles wendet sich gegen ihn: David stirbt nicht wie vorgesehen an der Front, seine Tochter verliebt sich dummerweise in David. Da David so „unkaputtbar“ erscheint und ihm alles zufliegt, wird Saul immer finsterer. David hingegen erscheint fast wie ein Held wider Willen, wird aber zum Liebling der Massen. Es bringt nichts, sich dem Willen Gottes entgegenzustellen.