Tag 265

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Matthäus 7

„Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen. In diesem Satz sind das Gesetz und die Propheten zusammengefasst.“

„Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Wir kennen dieses Sprichwort, das der Umkehrschluss dieses Verses ist, der auch als „Goldene Regel“ bekannt ist. Der Spruch besagt, dass man vermeiden sollte, was andere schädigt; und dass man darüber reflektiert, wie man selbst wohl reagieren würde, wenn man Gleiches zugefügt bekäme. Eine gute Maxime, aber dennoch wird sie durch die biblische Aussage überboten.

Es geht nicht nur um die Vermeidung des Bösen, sondern um das Tun des Guten: Es geht nicht nur darum, dass wir nicht schimpfen, sondern dass wir loben; es geht nicht nur darum, dass wir andere nicht verletzen, sondern dass wir Wunden verbinden.

Das ist eine Lebensaufgabe. Der anstrengende Alltag kann dazu führen, dass einem dies aus dem Blickfeld gerät und man nur noch eine reduktionistische Variante im Sinne des eingangs erwähnten Sprichworts lebt. Von daher gehört die Goldene Regel eigentlich gerahmt an die Wand – damit wir sie auch im Alltag nicht vergessen.