Lukas 14
Eine große Menschenmenge begleitete Jesus. Er wandte sich um und sagte zu ihnen: „Wer mir nachfolgen will, muss mich mehr lieben als Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern – ja, mehr als sein Leben. Sonst kann er nicht mein Jünger sein. Und ihr könnt auch nicht meine Jünger sein, wenn ihr nicht euer Kreuz auf euch nehmt und mir nachfolgt. Aber kommt nicht, ehe ihr nicht die Kosten berechnet habt. Denn wer würde mit dem Bau eines Hauses beginnen, ohne zuvor die Kosten zu überschlagen und zu prüfen, ob das Geld reicht, um alle Rechnungen zu bezahlen? Sonst stellt er vielleicht das Fundament fertig, und dann geht ihm das Geld aus. Wie würden ihn da alle auslachen! Sie würden sagen: ,Das ist der, der mit dem Bau eines Hauses angefangen hat und dann nicht genug Geld hatte, es fertig zu stellen!‘ … Genauso kann auch niemand mein Jünger sein, ohne alles für mich aufzugeben.“
Was kostet die Nachfolge? Alles! Das muss man bedenken, denn angesichts der Zeichen und Wunder und der großen Popularität, die Jesus genoss, war klar, dass viele Menschen hinter ihm herliefen und meinten, auch so wie Jesus leben zu können. Doch nicht jeder, der hinter Jesus hergehen möchte, weiß wirklich, was er tut. Da wird die Bindung an die Familie plötzlich zweitrangig, und es gibt andere Unannehmlichkeiten bis hin zur Verfolgung und zum Martyrium.
Jesus rät hier dringend von einer leichtfertigen Glaubensentscheidung ab. Ihm geht es nicht darum, dass Menschen aus einer Laune heraus hinter ihm herlaufen. Das alles will bedacht sein. Schließlich checkt man beim Hausbau oder im Kriegsfall auch erst einmal die Gesamtsituation, ehe man sich auf so ein Wagnis einlässt.
Eine Evangeliumspredigt, die diesen Aspekt vernachlässigt, ist im Grunde unlauterer Wettbewerb. Man verkündet zwar die gute Nachricht, verschweigt aber, dass man auch unter schlechten Bedingungen nach ihr leben muss.
