Tag 294

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Lukas 14

Jesus antwortete ihm mit folgendem Gleichnis: „Ein Mann bereitete ein großes Fest vor und verschickte viele Einladungen. Als alles vorbereitet war, sandte er seinen Diener aus, der den Gästen sagen sollte, dass es Zeit war, zum Fest zu kommen. Aber sie fingen alle an, Entschuldigungen vorzubringen. Einer sagte, er habe gerade ein Feld gekauft und wolle es nun begutachten; er bat, ihn deshalb zu entschuldigen. … Der Diener kam zurück und berichtete seinem Herrn, was sie gesagt hatten. Da wurde der Herr zornig und sagte: ,Geh hinaus auf die Straßen und Wege der Stadt und lade die Armen, die Krüppel, die Lahmen und die Blinden ein.‘ Der Diener tat, was ihm aufgetragen worden war, und berichtete dann: ,Wir haben noch Platz für weitere Gäste.‘ Da sagte sein Herr: ,Geh hinaus auf die Landstraßen und hinter die Hecken und bitte jeden, den du findest, zu kommen, damit das Haus voll wird. Denn keiner von denen, die ich zuerst eingeladen habe, soll auch nur das Geringste von dem bekommen, was ich für sie vorbereitet hatte.‘“

Das Festessen, bei dem Jesus seine Anmerkungen zu den egoistischen Tischsitten machte, bot noch Anlass zu weiteren bemerkenswerten Gedanken. Jesus erzählt in einem Gleichnis von einem Fest, bei dem alle eingeladenen Gäste dankend abwinken, und zwar mit extrem fadenscheinigen Entschuldigungen. Da hat einer ein Feld gekauft – jetzt will er es erst begutachten. Soso! Der Nächste ist nicht besser: Er hat einige Ochsen erstanden, und jetzt will er sich die Tiere mal ansehen. Man darf nicht davon ausgehen, dass er sie im Versandhandel oder über das Internet bestellt hat. Und der Dritte hat gerade geheiratet. Na, wenn das kein Grund ist … Nein – es ist wirklich keiner.

Schon für uns wären solche Absagen (und vor allem die Begründungen) sehr kränkend, erst recht für orientalische Verhältnisse. Der Mann entschließt sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er öffnet sein Haus für alle die, die eigentlich nicht eingeladen sind, die eigentlich überhaupt nirgends eingeladen werden – nämlich die Verachteten der Gesellschaft.

Was das Gleichnis meint? „Wer nicht will, der hat schon.“ Wenn die Israeliten meinen, Gottes Einladung durch Jesus ablehnen zu können, dann wird Gott sich schon andere Gäste einladen – und zwar aus Kreisen, aus denen es keiner vermutet.