Jesaja 53
Er nahm unsere Krankheiten auf sich und trug unsere Schmerzen. Und wir dachten, er wäre von Gott geächtet, geschlagen und erniedrigt! Doch wegen unserer Vergehen wurde er durchbohrt, wegen unserer Übertretungen zerschlagen. Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben. Durch seine Wunden wurden wir geheilt! Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihn ließ der Herr die Schuld von uns allen treffen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt und gab keinen Laut von sich. Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und wie ein Schaf vor seinem Scherer verstummt, so machte auch er den Mund nicht auf. … Zwar wies man ihm ein Grab unter Sündern zu, doch wurde er in das Grab eines reichen Mannes gelegt, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrüger war. Doch es war der Wille des Herrn, ihn leiden zu lassen und zu vernichten. Wenn sein Leben jedoch als Opfer für die Sünde dargebracht wird, wird er viele Nachfolger haben. Er wird lange leben und die Absichten des Herrn werden durch seine Hand gedeihen.
Es ist kaum fassbar, dass dieser Text nicht als poetische Beschreibung des Leidens Christi nach seiner Kreuzigung gedichtet wurde, sondern ein prophetisches Wort ist, das mehr als 700 Jahre zuvor ausgesprochen und aufgeschrieben wurde. Das „Lied vom leidenden Gottesknecht“ ist der deutlichste Hinweis auf Jesus Christus im Alten Testament.
Man kann es fast nicht glauben: Nicht jeder Jude, der diesen Text liest und dem gleichzeitig das Evangelium verkündet und von der Passion Christi erzählt wird, ist sofort völlig überzeugt und wird Christ. Aber so ist es eben: Diese Wahrheit sieht nur das Auge des Glaubens.
Wir können mit Prophetien und ihren Erfüllungen so viel jonglieren, wie wir wollen (und es gibt da leider auch sehr gewagte Gedankengebäude!). Es wird uns vielleicht stärken, aber den Ungläubigen nichts nützen. Wer nicht glauben will, der bringt auch die eindeutigsten Prophetien nicht in Zusammenhang mit ihrer späteren Erfüllung. Der Glaube lässt sich dadurch keinem andemonstrieren. Sternstunden wie zu Pfingsten, als durch die Beweisführung des Petrus in Bezug auf das Alte Testament sehr viele zum Glauben kamen, sind heute nur noch selten zu finden.
