Tag 352

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2.Korinther 5

Das bedeutet aber, wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen! Dieses neue Leben kommt allein von Gott, der uns durch das, was Christus getan hat, zu sich zurückgeholt hat. Und Gott hat uns zur Aufgabe gemacht, Menschen mit ihm zu versöhnen. Denn Gott war in Christus und versöhnte so die Welt mit sich selbst und rechnete den Menschen ihre Sünden nicht mehr an. Das ist die herrliche Botschaft der Versöhnung, die er uns anvertraut hat, damit wir sie anderen verkünden. So sind wir Botschafter Christi, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen. Wir bitten inständig, so als würde Christus es persönlich tun: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“

Mit Gott versöhnt zu leben ist nichts, zu dem wir zunächst etwas beitragen könnten. Unser Tun, und sei es noch so vorbildlich, hat hier keine Wirkung. Versöhnung mit Gott läuft andersherum. Gott hat uns durch den Tod seines Sohnes die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. Es liegt nun an uns, in diese Hand einzuschlagen.

Aber was Paulus sagt, geht noch darüber hinaus. Andere Menschen auf diese ausgestreckte Hand hinzuweisen ist die wesentliche Aufgabe unseres Christseins. Es reicht eben nicht, sich selbstvergnügt an seinem Heil zu erfreuen. Heutzutage erreichen wir Menschen vielleicht nicht mehr dadurch, dass wir ihnen sagen, dass Gott ihnen seine Hand zur Versöhnung reicht. Sie wissen vielleicht gar nichts mit Gott anzufangen, und darum kommt ihnen auch das mit der Versöhnung komisch vor. Jedenfalls fragt heute kaum einer mehr wie Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Wir sind also in unseren Breiten zunehmend Botschafter eines „Landes“, von dem die Menschen um uns herum nichts mehr wissen. Das zwingt uns dazu, die Voraussetzungen unseres Glaubens und unseres Weltbildes neu zu definieren. Das kann aber – auch für uns selbst – eine große Chance sein.