Tag 354

0

Galater 5

Ihr seid berufen, liebe Freunde, in Freiheit zu leben – nicht in der Freiheit, euren sündigen Neigungen nachzugeben, sondern in der Freiheit, einander in Liebe zu dienen. Denn das ganze Gesetz lässt sich in dem einen Wort zusammenfassen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Doch wenn ihr euch ständig zankt und übervorteilt, statt einander mit Liebe zu begegnen, dann passt auf, denn sonst vernichtet ihr euch noch gegenseitig. Deshalb: Lebt so, wie es eurem neuen Leben im Heiligen Geist entspricht. … Wenn ihr den Neigungen eurer sündigen Natur folgt, wird euer Leben die entsprechenden Folgen zeigen: Unzucht, unreine Gedanken, Vergnügungssucht, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zorn, selbstsüchtiger Ehrgeiz, Spaltungen, selbstgerechte Abgrenzung gegen andere Gruppen, Neid, Trunkenheit, ausschweifender Lebenswandel und dergleichen mehr. Ich wiederhole noch einmal, was ich bereits gesagt habe, dass niemand, der ein solches Leben führt, das Reich Gottes erben wird. Wenn dagegen der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Nichts davon steht im Widerspruch zum Gesetz. Diejenigen, die zu Christus Jesus gehören, haben die Leidenschaften und Begierden ihrer sündigen Natur an sein Kreuz geschlagen.

Hier sind die Ergebnisse der beiden angebotenen Lebensweisen vorgestellt. Wer aus seiner eigenen Bemühung heraus Gesetze halten will, mag sich zwar einen fromm-heroischen Anstrich geben, befindet sich aber auf einer abwärts führenden Straße. Ergebnis: ausgelebte Selbstsucht in allen Spielarten. Wer dagegen genug hat an dem, was Christus für uns getan hat, und sein Leben unter die Führung des Heiligen Geistes stellt, darf eine ganz andere Frucht ernten.

Nun sind in unserem Leben die Dinge nicht immer so schwarz-weiß und in Reinform zu besichtigen. Wir spüren zwar das Wirken Gottes, merken aber durchaus auch, dass wir in manchen Bereichen noch hinter dem zurückbleiben, was Gott von uns erwartet. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass wir in Teilbereichen unseres Lebens doch gesetzlich denken und meinen, das Entscheidende selbst beitragen zu können. Das wird so lange der Fall sein, bis wir wirklich vor dem Herrn mit unseren Bemühungen kapitulieren. Erst nach einer solchen Kapitulation, einer solchen Hingabe unseres Lebens mit seinen einzelnen Bereichen, heilt Gott an den Stellen, wo es bei uns krankt.