Offenbarung 3
Schreibe diesen Brief dem Engel der Gemeinde in Laodizea. Das ist die Botschaft dessen, der das Amen ist – der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich weiß alles, was du tust und dass du weder heiß noch kalt bist. Ich wünschte, du wärest entweder das eine oder das andere! Aber da du wie lauwarmes Wasser bist, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken! Du sagst: „Ich bin reich. Ich habe alles, was ich will. Ich brauche nichts!“ Und du merkst nicht, dass du erbärmlich und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer gereinigt wurde. Dann wirst du reich sein. Und kaufe auch weiße Kleider, damit du dich bekleiden kannst und dich wegen deiner Nacktheit nicht schämen musst. Und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst. Wen ich liebe, den weise ich zurecht und erziehe ihn streng. Bleibe nicht gleichgültig, sondern kehre um! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand mich rufen hört und die Tür öffnet, werde ich eintreten, und wir werden miteinander essen. Ich werde jeden, der siegreich ist, einladen, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie ich siegreich war und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. Wer bereit ist zu hören, der höre auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!
Die Offenbarung des Johannes ist ein Buch mit vielen geheimnisvollen und erschreckenden Bildern. Gleich zu Anfang lesen wir sieben Briefe an Gemeinden im Gebiet der heutigen Türkei, die der Herr selbst diktiert hat. Den einzelnen Gemeinden stellt er dabei ein unterschiedliches Zeugnis aus. Am schlimmsten trifft es Laodizea.
Und was ist das Schlimme an Laodizea? Die entsetzliche Mittelmäßigkeit. Lauheit wird das hier genannt. Nicht für den Herrn kämpfend, aber auch nicht Position gegen ihn beziehend, dabei selbstgenügsam bis zur Halskrause, obwohl die Christen dort vor Gott nackt und blind dastehen.
Selbstgefällige Gleichgültigkeit in den christlichen Reihen. Kennen wir das nicht auch? Ist es nicht erschreckend, wie das Urteil des Herrn darüber ist? Jedenfalls ist nicht die Rede von einem „Na, Hauptsache ihr geht überhaupt noch in irgendeine Gemeinde“. Das Urteil ist vernichtend. Und nun? Ist Hopfen und Malz verloren?
Nein, für alle, bei denen es laodizenisch zugeht, gibt es eine Hoffnung: Jesus steht trotz dieser chaotischen Verhältnisse (die nach außen ganz bürgerlich geordnet aussehen können) vor der Tür und klopft an. Man braucht nur zu öffnen – die Klinke befindet sich innen!
