Jakobus 3
So kann auch die Zunge, so klein sie auch ist, enormen Schaden anrichten. Ein winziger Funke steckt einen großen Wald in Brand! Die Zunge ist wie eine Flamme und kann eine Welt voller Ungerechtigkeit sein. Sie ist der Teil des Körpers, der alles beschmutzen und das ganze Leben zerstören kann, wenn sie von der Hölle selbst in Brand gesteckt wird. Der Mensch kann die unterschiedlichsten Tiere und Vögel, Reptilien und Fische zähmen, aber die Zunge kann niemand im Zaum halten. Sie ist ein unbeherrschbares Übel, voll von tödlichem Gift. Mit ihr loben wir Gott, unseren Herrn und Vater; dann wieder verfluchen wir mit ihr andere Menschen, die doch als Ebenbilder Gottes geschaffen sind. So kommen Segen und Fluch aus demselben Mund. Und das, meine Freunde, darf nicht so sein!
Der Jakobusbrief ähnelt sehr der Weisheitsliteratur des Alten Testaments, insbesondere den Sprüchen Salomos. In diesem Kapitel behandelt er ein Übel, das wir alle kennen: das Geschwätz. Jakobus weist darauf hin, dass hierbei kleine Ursachen verheerende Wirkungen haben können. Ein unbedachtes Wort zu falscher Zeit kann einen Flächenbrand auslösen.
Dabei ist die Zunge ein Indikator für unsere Selbstbeherrschung. Leute, die die Klappe nicht halten können, denen fehlt es auch sonst an Selbstzucht. Und wer viel und womöglich Herabsetzendes über andere redet, will sich in der Regel dadurch wichtig machen.
Es wird vergleichsweise wenig über den Gebrauch der Zunge gepredigt. Dabei gehört der falsche Gebrauch zu den Lieblingssünden der Christen. Dagegen hilft nur ein Mittel: statt schlechter Worte gute zu gebrauchen.
