Matthäus 22
Einer von ihnen, der sich im Gesetz Moses besonders gut auskannte, versuchte, ihm mit der folgenden Frage eine Falle zu stellen: „Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz von Mose?“ Jesus antwortete: „,Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken!‘ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: ,Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.‘ Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten gründen sich auf diese beiden Gebote.“
Hier ist eigentlich der Kern dessen zu finden, was Jesus von uns wünscht: Gott und den Nächsten zu lieben. Alle anderen Gesetze, Gebote und Anweisungen sind nur aus dieser Perspektive zu verstehen. Daran hängt alles wie die Tür in der Angel.
Man darf diese Gebote nicht zu platt verstehen, im Sinne, dass, solange man liebt, alles egal ist. Die übrigen Gebote und Anweisungen der Bibel bleiben uns schon noch als Handlungsmuster erhalten. Wer Gott und den Mitmenschen wirklich liebt, der sehe zu, ob er wirklich anders handeln kann, als Gott es in seinem Wort gesagt hat. Die Gebote Gottes bleiben als ein Korrektiv, die Hauptanweisung aber ist die Liebe.
Ist dadurch das Leben einfacher geworden? Nein, es ist immer einfacher, sich an bestimmte Gebote zu halten. Hat man sie erfüllt, kann man sie abhaken. Gott und den Nächsten zu lieben erscheint zunächst weniger schwierig, ist aber bei Lichte betrachtet ohne Gottes Hilfe unmöglich. Und man kann es nie abhaken.
Und machen wir uns nichts vor: Mit der Gottesliebe kommen wir vielleicht ja noch gut zurecht. Aber wie sieht es mit der Liebe zum Nächsten aus? Es ist hier nicht in erster Linie an karitative Großtaten zu denken; aber Hand aufs Herz: Es gibt für jeden Menschen eine Auswahl anderer Menschen, an denen Nächstenliebe regelrecht geübt werden muss. Und das kann harte Arbeit sein.
