5. Mose 6
Hört, ihr Israeliten! Der HERR, unser Gott, ist der einzige HERR. Ihr sollt den HERRN, euren Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit eurer ganzen Kraft lieben. Bewahrt die Gebote, die ich euch heute gebe, in eurem Herzen. Schärft sie euren Kindern ein. Sprecht über sie, wenn ihr zu Hause oder unterwegs seid, wenn ihr euch hinlegt oder wenn ihr aufsteht. Bindet sie zur Erinnerung um eure Hand und tragt sie an eurer Stirn, schreibt sie auf die Pfosten eurer Haustüren und auf eure Tore.
Aus der Kirche kennen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis, vielleicht haben wir es auch schon einmal auswendig gelernt. Genauso hatten (und haben) auch die Israeliten ihr Glaubensbekenntnis (das sogenannte Schma – Betonung auf „a“ – Israel), und das finden wir hier vor. Es beinhaltet das Gebot, Jahwe (und eben nur Jahwe als einzigen Gott) mit allem zu lieben, was das Leben ausmacht. Es geht auch schon im alttestamentlichen Gesetz nicht um den blinden Gehorsam gegenüber einem leblosen Gesetzeskorpus. Vielmehr geht es darum, Gott als Person wirklich zu lieben und zu verehren.
Allerdings – und das ist eben die menschliche Seite der Medaille – diese Liebe hat auch eine Konkretion, die über sentimentale Gefühle hinausgeht. Im Halten und Bewahren der Gebote kommt die Liebe zu Gott zum Ausdruck. Sie sollen das Generalthema des familiären Gesprächs sein. An Hand, Stirn und Türpfosten sollte ein Zeichen getragen bzw. angebracht werden, ein „Denkzettel“, wie Luther übersetzte. Zu Gott gehören heißt auch, seine Herausforderungen stets vor Augen zu haben.
