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Dänemark: Hintergründe zum Attentat auf Westergaard

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Zwölf Mohammed-Karikaturen, die vor fünf Jahren in einer dänischen Tageszeitung abgedruckt waren, rufen noch immer Gewaltakte von Moslems hervor. In der Nacht zum Samstag brach ein 28jähriger Somalier in die Wohnung eines der Karikaturisten ein. Nur ein zur Festung umfunktioniertes Badezimmer rettete dem 74 Jahre alten Dänen und seiner fünfjährige Enkelin das Leben.

Unter den zwölf Karikaturen, die die dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" 2005 veröffentlichte, galt die von Kurt Westergaard als besonders provokativ: sie zeigte Mohammed mit einer Bombe als Turban. Anlass war eine damals schwelende Diskussion in Dänemarks Medien über den Status von gläubigen Moslems im Land. Ein Verlag wollte ein Buch über den Islam herausgeben und suchte dafür einen Zeichner. Vergebens – offenbar hatten zu viele Angst vor den erbosten Reaktionen der Moslems im Land. Daraufhin rief der Feuilleton-Chef der auflagenstärksten Zeitung Dänemarks, der "Jyllands-Posten" aus Århus, Flemming Rose, bewusst alle 40 Mitglieder des Karikaturistenverbandes dazu auf, Karikaturen über den Islam-Gründer einzusenden. Er wollte testen, wie es um die Meinungsfreiheit in Dänemark steht.

Als sich der arabische Fernsehsender Al-Dschasira mit der Sache befasste, brach unter Moslems weltweit Protest los. In zahlreichen muslimisch geprägten Staaten kam es zu gewalttätigen Protesten. Dabei kamen mehr als hundert Menschen ums Leben.

Viele Zeitungen weltweit druckten die umstrittene Karikaturen nach, um Solidarität mit den dänischen Kollegen zu demonstrieren und um ein Signal für die Pressefreiheit zu setzen. Der Zeichner Westergaard selbst steht bis heute zu seiner Zeichnung und entschuldigte sich nie.

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Angreifer rief "Rache" und "Blut"

Drei Jahre lang lebte der 74-Jährige in wechselnden Verstecken und unter Polizeischutz. In seiner Wohnung in Århus baute er sein Badezimmer zu einem Schutzraum aus. Als in der Nacht zum Samstag ein 28jähriger in Dänemark lebender Somalier mit einer Axt ein Fenster zur Wohnung Westergaards aufbrach, flüchtete der Karikaturist mit seiner fünfjährigen Enkelin in das Zimmer und rief von dort die Polizei. Seinem Arbeitgeber, der "Jyllands-Posten", sagte Westergaard, der Angreifer habe "Rache" und "Blut" gerufen, während er versucht habe, in das Badezimmer einzudringen. "Es war beängstigend. Es war knapp. Wirklich knapp. Aber wir haben es geschafft", zitiert ihn die Webseite der Zeitung.

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Als die Polizeibeamten zwei Minuten später eintrafen, ging der Attentäter mit seiner Axt auf sie los. Sie setzten ihn mit gezielten Schüssen in Arm und Bein außer Gefecht. Der Verdächtige wurde bereits vorher vom dänischen Geheimdienst PET beobachtet. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" erklärte PET-Chef Jakob Scharf, der Mann habe vermutlich enge Verbindungen zur somalischen Terrorgruppe Al Shabaab und zu Al-Kaida-Führern in Ostafrika. Ein Sprecher von "Al-Shabaab" teilte mit, der Angreifer gehöre zwar nicht zur Organisation, aber er verdiene dennoch Lob und Anerkennung für seine Tat.

Wie die deutsche Tageszeitung in Dänemark, "Der Nordschleswiger", berichtet, verurteilte die muslimische Organisation OIC mit 57 muslimischen Mitgliedsländern den Attentatsversuch. Ein Sprecher der islamischen Konferenzorganisation mit Sitz in Jeddah in Saudi-Arabien erklärte auf der Homepage der Organisation, man sei besorgt über das Geschehen. Werde bewiesen, dass der Mordversuch tatsächlich wegen der Karikaturen aus dem Jahr 2005 begangen wurde, sollte das eindeutig von allen Muslimen verurteilt werden, denn das widerstreite "vollständig" den Werten und der Lehre des Islams.

Der Attentäter wurde auf einer Krankentrage zum Gericht von Århus gebracht, wo ihn der Haftrichter des versuchten Mordes in zwei Fällen beschuldigte. Der mutmaßliche Täter wies die Vorwürfe zurück. Laut Polizeichef Ole Madsen bleibt der Mann nun zunächst für vier Wochen in Untersuchungshaft und für zwei weitere Wochen in Isolationshaft.

Filmemacher Emmerich meidet filmische Zerstörung muslimischer Symbole

Der Chefredakteur der "Jyllands-Posten", Jørn Mikkelsen, sagte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Diese furchteinflößende Begebenheit für Kurt Westergaard fügt sich ins Bild der Drohungen, die in den letzten vier Jahren gegen ihn und ,Jyllands-Posten‘ gerichtet wurden." Der politische Kommentator des Blattes, Ralf Pittelkow, erklärte, der Anschlag sei "ein extremer Ausdruck" eines Kampfes um die Freiheit, der "zwischen der islamischen Welt und dem Westen" geführt werde. Wie es um diese Meinungsfreiheit bestellt sei, habe unlängst Roland Emmerichs Katastrophenfilm "2012" gezeigt. Emmerich lasse alle religiösen Symbole der Welt in Staub und Asche versinken. Nur für die Kaaba in Mekka mache er aus Angst vor Verfolgung eine Ausnahme. 

(Quelle: Christliches Medienmagazin Pro)

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