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Evangelische Allianz: Michael Diener tritt Ende 2016 vorzeitig als Vorsitzender zurück

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Der Gnadauer Präses Michael Diener wird sein Amt als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) vorzeitig zum Jahresende 2016 niederlegen, ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit. Der Entschluss dazu sei bereits im vergangenen Herbst gefallen und Anfang Dezember im Geschäftsführenden Vorstand der DEA bekräftigt worden.

In einem Brief an die Mitglieder des Hauptvorstands der Evangelischen Allianz vom 1. März schreibt Diener, dass er im September 2015 in enger Absprache mit seinem Arbeitgeber, dem Vorstand des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, entschieden habe, im Falle seiner Wahl in den Rat der Evangelischen Kirche von Deutschland (EKD) vorzeitig von seinem Amt als DEA-Vorsitzender zurückzutreten. Nur unter dieser Maßgabe habe der Gnadauer Verband seine Ratskandidatur unterstützt. Die Möglichkeit, im Leitungsgremium der EKD mitzuwirken, habe für ihn als Gnadauer Präses "strategische Priorität".

"Auch ist mir persönlich klar, dass in meiner gesundheitlichen Situation die dauerhafte Wahrnehmung dreier Spitzenämter nicht vertretbar ist und alle meine Bemühungen um ein "gesundes Arbeiten" konterkariert", schreibt der Gnadauer Präses. Im Oktober 2015 habe er deshalb den Geschäftsführenden Vorstand der DEA davon unterrichtet, dass er im Falle seiner Wahl in den Rat der EKD, Ende 2016 von seinem Amt als Vorsitzender der DEA zurücktreten würde. "Diese Entscheidung haben der Geschäftsführende Vorstand und ich in unserer Klausurtagung am 7. und 8. Dezember 2015 in Berlin einvernehmlich bekräftigt", schreibt Diener.

Diener betont in seinem Brief ausdrücklich, dass sein vorzeitiger Rücktritt nicht in Zusammenhang mit der jüngsten Auseinandersetzung um das Thema "Homosexualität" stehe. Diese hatte erst später, nämlich nach Veröffentlichung eines Interviews mit Michael Diener in der "WELT" am 14. Dezember begonnen.

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Homosexualität: Bestätigung bisheriger Beschlüsse

Aufgrund der entstandenen Kontroverse und "im Bewusstsein um die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Evangelischen Allianz" beschäftigte sich der Allianz-Hauptvorstand auf seiner Sitzung am 8./9. März in bad Blankenburg auch mit dem Thema Homosexualität. Der Hauptvorstand unterstützt die Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes vom 22.12. 2015. Darin hatte sich dieser auf die Stellungnahme "Sucht der Stadt Bestes" aus dem Jahr 2009 bezogen, in der es heißt: "Wir wenden uns ebenso gegen die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der geschlechtlichen Orientierung, auch angesichts der verhängnisvollen Unterdrückung der Homosexuellen im Dritten Reich. Wir begegnen Vertretern einer anderen geschlechtlichen Orientierung mit Respekt und Würde, sehen allerdings praktizierte Homosexualität – wie andere Formen der außerehelichen Sexualität – grundsätzlich als unvereinbar mit der für den christlichen Glauben maßgebenden biblischen Ethik an." (der gesamte Text der Erklärung).

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Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb erklärte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, die aktuelle Erklärung habe eine "sehr hohe Zustimmungsquote", auch Michael Diener habe ihr zugestimmt.

Zugleich, so heißt es in einer Pressemitteilung der EAD, sehe der Hauptvorstand durch die aufgebrochene Kontroverse die Notwendigkeit, "intensive Gespräche weiterzuführen". Darin sollen unter anderem die Ergebnisse verschiedener Foren der letzten Jahre zu diesem Thema einfließen. Diese Gespräche sollen sich auch mit verschiedenen Verständnissen von Evangelischer Allianz in ihrer Bekenntnisorientierung, als Einheitsbewegung, Dach oder Netzwerk beschäftigen.

Links:
Der Brief von Michael Diener an den Hauptvorstand der DEA
Die Erklärung des DEA-Hauptvorstands vom 22.12. 2015

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