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Rom: Papst Benedikt eröffnet Nahost-Synode

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Mit einer feierlichen Messe im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag die erste Nahost-Synode der katholischen Kirche eröffnet.

Im Beisein von knapp 180 Teilnehmern der Bischofsversammlung forderte er in seiner Predigt Frieden, Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte als Voraussetzungen für ein würdiges Leben der Christen im Nahen Osten. In der «Wiege der Kirche» litten sie vielfach unter «dramatischen sozialen und politischen Situationen».

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 Zum Auftakt der zweiwöchigen Synode bekräftigte das Kirchenoberhaupt den Willen der Kirche zum Dialog mit Juden und Muslimen in der Region. Katholiken stellen im Nahen Osten Vatikanangaben zufolge ein Viertel der knapp sechs Prozent betragenden christlichen Minderheit. Benedikt appellierte vor diesem Hintergrund an die internationale Gemeinschaft, sich verstärkt für Frieden und Gerechtigkeit in der Region einzusetzen. Aufgabe der Religionen sei es, im Nahen Osten Werte zu fördern, «die Menschen einen und jede Form von Gewalt ausschließen».

 Die Synode soll die Identität der Katholiken in der Region und die Gemeinschaft der Kirchen untereinander stärken. Der Papst würdigte bei der Eröffnungsmesse die Vielfalt der unterschiedlichen katholischen Kirchen in der arabischen Welt. Sie müssten «trotz aller Schwierigkeiten lebendige Steine der Kirche im Nahen Osten sein».

 Bis zum 24. Oktober wollen insgesamt 185 Synodenväter im Beisein von Experten und Zuhörern über die Lage der Katholiken in der arabischen Welt beraten. Dabei sind Ansprachen von Vertretern anderer Religionen wie David Rosen vom American Jewish Committee sowie von einem schiitischen und einem sunnitischen Muslim vorgesehen. Nach dem Ende der Synode wird der Papst auf der Grundlage der Beiträge der Synodenväter ein Abschlussdokument verfassen.

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 Das Arbeitspapier der Bischofsversammlung beklagt gravierende Folgen des Nahostkonflikts, der seit Jahrzehnten zu einer Abwanderung der Christen aus der Region führt. Das Dokument weist zudem auf vielfache Einschränkungen der Religionsfreiheit und der Menschenrechte sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten hin. Darin wird zugleich an die Kirchen appelliert, eine konstruktive Rolle beim Aufbau gerechter Gesellschaften zu spielen und aktiv den Dialog mit anderen Kirchen und Religionen zu suchen.

 Bereits im vorangegangenen Grundlagenpapier der Synode hatte der Vatikan mangelnden Respekt des Islam vor der Religionsfreiheit beklagt. «Religions- und Gewissensfreiheit sind der muslimischen Mentalität fremd», heißt es in den Lineamenta für die Nahost-Synode. Der Übertritt zu anderen Religionen sei für Juden und Muslime vielfach verboten.

 In dem Dokument wird zugleich die Anwendung des muslimischen Rechts in mehreren Staaten auch auf Nichtmuslime kritisiert. Dies sei «diskriminierend» und widerspreche den Menschenrechten. Das Dokument prangert ferner wachsenden islamischen Fundamentalismus an, der zu einer steigenden Zahl von Angriffen auf Christen in der Region führe. Extremismus sei eine «Bedrohung für alle, Christen und Muslime».

 Das Grundlagenpapier der Synode beklagt insbesondere die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern auf das Leben der mehrheitlich arabischen Christen. «Die israelische Besetzung der Palästinensergebiete macht das Leben schwer, schränkt Bewegungsfreiheit, Wirtschaft und religiöse Aktivitäten ein», heißt es in dem Papier.

(Quelle: epd)

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