Pfarrer Steffen Kern ist am Samstag zum neuen Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbands gewählt worden. Er erhielt bei einer Enthaltung 79 von 80 Stimmen.

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Die Mitgliederversammlung des Verbandes hatte wegen der Corona-Pandemie ausschließlich online getagt. Kern war der einzige Kandidat für die Nachfolge von Michael Diener. Diener, der dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört und nach elf Jahren im Amt nicht mehr für das Präsesamt kandidierte, war bereits im September verabschiedet worden.

Kern bedankte sich in seinem Facebook-Kanal für das „große Vertrauen“, das durch das Wahlergebnis zum Ausdruck komme. Der 47-Jährige wird sein Amt im September antreten.

In einem Impulsvortrag auf der Versammlung hatte sich Kern zu Jesus Christus als dem „Zentrum des Glaubens“ bekannt. „Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird darin bestehen, dass wir Christenmenschen unser Christuszeugnis eindeutig, einmütig und einladend weitergeben“, so Kern. Gnadau sei eine Bewegung mit „Christus-Leidenschaft“, eine Bewegung mit Liebe zur Bibel und zum Gebet, mit Mission und der Verantwortung für die Welt – und auch dem Raum für Bildung und Wissenschaft. Als Gemeinschaftsbewegung wolle man Gemeinden und Gemeinschaften gründen und bestehende neu beleben.

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Die Herausforderungen seien dabei immens, die Prognose dramatisch sinkender Mitgliederzahlen der Kirchen „wohl begründet“, so der künftige Präses. Davon seien „wir alle“ betroffen: Kirchen, innerkirchliche Bewegungen, Freikirchen und christliche Initiativen. Krisen seien jedoch „Geburtsstunden“: „Wer Verheißung hat und verheißungsorientiert bleibt, kann Krisen mit großer Zuversicht und mit begründeter Hoffnung meistern“, so Kern.

Pfarrer, Buchautor und Redner

Kern ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Württemberg „Die Apis“. Als Buchautor und Redner, etwa bei der Evangelisation „proChrist“, ist er auch über Württemberg hinaus bekannt.

Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband versteht sich als freies Werk innerhalb der evangelischen Kirche. Mit etwa 90 Mitgliedswerken, Verbänden und theologischen Ausbildungsstätten ist er nach eigenen Angaben die größte eigenständige Bewegung innerhalb der EKD. Der Verband repräsentiert die Pietisten in Deutschland. Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 1888 zurück.

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