Anfang September sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Die AfD liegt in Umfragen deutlich vor CDU und der Linken. Der katholische Bischof Feige ruft Bürgerinnen und Bürger zu einer wertebasierten Wahlentscheidung auf – mit klarer Kante gegen Rechtsextremismus.
Der katholische Magdeburger Bischof, Gerhard Feige, ruft zu einer bewussten Wahlentscheidung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September auf. Mit der Initiative der katholischen Kirche «Bewusst wählen!» wolle man die eigenen Gemeinden und kirchlichen Mitarbeiter erreichen, ebenso wie alle «Menschen guten Willens», sagte Feige im «Himmelklar»-Podcast des Kölner «domradios». Die Initiative soll dabei die Demokratie stärken und sich dafür einsetzen, dass die Würde jedes Menschen geachtet wird, heißt es auf der offiziellen Webseite.
Allerdings wisse Bischof Feige, dass AfD-Wähler, die bewusst dazu stehen, sich davon nicht beeindrucken ließen. Bei Gemeindebesuchen stelle er fest, dass die, mit denen er zusammenkomme, auch der Meinung seien, die er vertrete. «Mit den anderen gibt es kaum einen Kontakt, und das ist vielleicht auch ein Problem», sagte er.
Die Meinungsverschiedenheiten gingen durch die Familien, durch Freundeskreise und durch Nachbarschaften. «Um den Zusammenhalt nicht zu gefährden, sprechen viele nicht mehr darüber», sagte Feige.
«Argumente zählen nicht»
Nach seiner Einschätzung setze die AfD im Wahlkampf vor allem auf Stimmung. Argumente zählten nicht, sagte der Bischof, der nach der Wahl aus Altersgründen sein Amt niederlegen will. In einem Interview mit dem Domradio erklärte er, dass er bete, „dass der Kelch an uns vorüber geht, dass Sachsen-Anhalt tolerant, menschenfreundlich und weltoffen bleibt.“
Ziel von «Bewusst wählen!» sei es, die christlichen Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Menschenwürde in den Mittelpunkt zu stellen. Die Initiative will Orientierung geben, nicht parteipolitisch, sondern wertebasiert. Die Kernbotschaften lauten: «Wir wählen Nächstenliebe. Sie gibt allen eine Chance.», «Wir wählen Dialog. Protest reicht nicht.», «Wir wählen Menschenwürde. Du bist es wert.» und «Wir wählen Solidarität. Teilen bringt Gewinn.»
