Nach den gewalttätigen Ausschreitungen und Plünderungen in mehreren französischen Städten rücken auch Angriffe auf Kirchen in den Blickpunkt. Im Zentrum steht Marseille, wo das Erzbistum bestätigt hat, dass Kirchen gewaltsam betreten wurden.
Nach gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen in mehreren französischen Städten am Wochenende und in den letzten Tagen werden immer mehr Informationen über Angriffe bekannt. Medienberichten zufolge wurden über 1.000 Personen festgenommen; es gab zahlreiche Verletzte. Gruppen vermummter Demonstranten zerschlugen Schaufenster und plünderten Geschäfte. In Limoges brannte das aus dem 19. Jahrhundert stammende Rathaus. Auch in Lyon, Marseille und Bordeaux kam es zu Angriffen auf öffentliche Gebäude.
Kirchen in Marseille betroffen
Der Erzbischof von Marseille, Kardinal Jean-Marc Aveline, benannte die Gewalttaten in einem Kommuniqué des Bistums klar. Am Rande der Demonstrationen seien Geschäfte geplündert, Kirchen gewaltsam betreten, das Rathaus gestürmt und verwüstet, eine Polizeiwache verwüstet und Einsatzkräfte angegriffen worden. Das Bistum bestätigte damit, dass Kirchen im Zuge der Ausschreitungen gewaltsam betreten wurden. Dies berichten verschiedene Medien.
Offen bleibt, um welche Kirchen es sich handelt und wie groß die Schäden sind. Das Bistum nannte in seiner Mitteilung weder die Zahl noch die Namen der betroffenen Gotteshäuser und auch nicht den Umfang der Schäden.
Appelle an Frieden und Besonnenheit
Die Kirchenvertreter haben zur Besonnenheit aufgerufen. Der Pfarrer Francois Renard aus Limoges rief die Christen dazu auf, in der angespannten Lage als Friedensstifter aufzutreten: „Wo die Hoffnung zu schwinden scheint, ist es unsere Aufgabe, sie wieder aufleben zu lassen.“
In Frankreich stehen in etwa einem halben Jahr Präsidentschaftswahlen an. Die Unzufriedenheit mit Präsident Macron ist groß. Auch aus anderen europäischen Großstädten wurden gewalttätige Proteste gemeldet. Ob die Gewalt abklingt und wie der Staat auf die Schäden an Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden reagiert, bleibt abzuwarten.
