Der Kölner Kardinal Joachim Meisner bedauert seine Aussage, Islamvertreter hätten sich nicht von den Anschlägen auf christliche Kirchen in Nigeria distanziert.
Erst nach seiner Äußerung habe er zur Kenntnis genommen, dass der Koordinationsrat der Muslime die Angriffe bereits verurteilt hatte, erklärte Meisner am Dienstag in Köln. In Nigeria waren am ersten Weihnachtstag mindestens 40 Menschen von Islamisten getötet worden.
Meisner hatte in seiner Predigt am 31. Dezember im Kölner Dom im Hinblick auf die Anschläge in Nigeria erklärt: «Auch wenn es sich hier um muslimische Extremisten handelt, so verwundert es doch sehr, dass von offizieller muslimischer Seite keine Verurteilung dieser Verbrechen zu hören ist.» Der Koordinationsrat hatte bereits am 26. Dezember eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es heißt: «Als Muslime in Deutschland sind wir zutiefst erschüttert über die terroristischen Anschläge auf Kirchen in Nigeria.»
Der Zentralrat der Muslime hatte verärgert auf Meisners Kritik reagiert. Der Fall zeige, «wie leichtfertig sogar Kirchenvertreter gebetsmühlenartig Distanzierungsforderungen an Muslime stellen», sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstagsausgabe).
Zu den Anschlägen in Nigeria hatte sich die islamistische Terrorgruppe Boko Haram bekannt. Die Angriffe wurden international verurteilt. Boko Haram hat in den vergangenen Monaten mit brutalen Angriffen auf sich aufmerksam gemacht. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida.
(Quelle: epd)
