Lukas 1
Maria erwiderte: „Gelobt sei der Herr!
Wie freue ich mich an Gott, meinem Retter!
Er hat seiner unbedeutenden Magd Beachtung geschenkt, darum werden mich die Menschen in alle Ewigkeit preisen.
Denn er, der Mächtige, ist heilig, und er hat Großes für mich getan.
Seine Barmherzigkeit gilt von Generation zu Generation allen, die ihn ehren.
Sein mächtiger Arm vollbringt Wunder! Wie er die Stolzen und Hochmütigen zerstreut!
Er hat Fürsten vom Thron gestürzt und niedrig Stehende erhöht.
Die Hungrigen hat er mit Gutem gesättigt und die Reichen mit leeren Händen fortgeschickt.
Und nun hat er seinem Diener Israel geholfen! Er hat seine Verheißung nicht vergessen, barmherzig zu sein, wie er es unseren Vorfahren – Abraham und seinen Kindern – immer verheißen hat.“
Etwa drei Monate blieb Maria bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück.
Eines der schönsten Gebete der Bibel, das noch einmal die demütige Haltung der Maria auf eindrucksvolle Weise unterstreicht. Sie ist sich dessen bewusst, dass es nicht ihr Verdienst, sondern die Gnade Gottes ist, die sie zu einer solchen Bedeutung hat kommen lassen. Und wir spüren, dass Maria sich keineswegs daran berauscht, sondern dass aller Dank an Gott zurückgeht.
Zudem hat sie wohl schon sehr klar erfasst, das ihr Kind nicht nur ein starker Mann Gottes, sondern wirklich der Heil bringende Messias sein wird. Ob sie wohl erahnt hat, wie der Weg ihres Kindes verlaufen wird? Wohl kaum. Aber auch ihr eigener Weg ist dadurch nicht bequemer geworden. Wen Gott adelt, der empfängt selten äußeren Wohlstand und eine abgesicherte Existenz, aber immer innere Freude.
