Tag 235

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Lukas 2

Zu jener Zeit ordnete der römische Kaiser Augustus eine Volkszählung im ganzen Römischen Reich an. Dies war die erste Volkszählung; sie wurde durchgeführt, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Alle Menschen kehrten in ihre Heimatstadt zurück, um sich für die Zählung eintragen zu lassen. Weil Josef ein Nachkomme Davids war, musste er nach Bethlehem in Judäa, in die Stadt Davids, reisen. Von Nazareth in Galiläa aus machte er sich auf den Weg und nahm seine Verlobte Maria mit, die hochschwanger war.

Als sie in Bethlehem waren, kam die Zeit der Geburt heran. Maria gebar ihr erstes Kind, einen Sohn. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe, weil es im Gasthaus keinen Platz für sie gab.

Wie oft beklagen wir uns über die äußeren Umstände unseres Daseins: „Gott hat mich doch berufen, aber unter diesen Lebensumständen kann ich Gott gar nicht vernünftig dienen.“ Da ist man vermeintlich am falschen Ort, lebt und arbeitet mit dem falschen Partner und sitzt an den falschen Aufgaben. In so einem falschen Film müssen sich auch Maria und Josef vorgekommen sein. Gottes Sohn soll auf die Welt kommen – aber sicherlich auf Daunen gebettet und in ebenso idyllischer wie luxuriöser Umgebung. Oder waren die beiden vielleicht doch realistischer?

Fakt ist: Kurz vor der Entbindung kommt diese überaus lästige Volkszählung, aus der eine strapaziöse Reise wird. Am Ende sind die Hotels ausgebucht, und sie müssen im Stall nächtigen. Ausgerechnet dann muss das Kind kommen. Kurzum: Nichts weist zunächst darauf hin, dass hier Gottes Sohn auf die Welt kommt, sondern eher, dass es ein Ehepaar eben besonders übel getroffen hat.

Aber so ist das Leben eben: immer anders und oft härter, als man es sich ausmalt (jedenfalls anders, als man selbst es sich ausgesucht hätte), aber dennoch voller Überraschungen Gottes.