Matthäus 7
„Bittet, und ihr werdet erhalten, um was ihr gebeten habt. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden. Denn wer bittet, wird erhalten. Wer sucht, wird finden. Und die Tür wird jedem geöffnet, der anklopft. Ihr Eltern – wenn euch eure Kinder um ein Stück Brot bitten, gebt ihr ihnen dann stattdessen einen Stein? … Natürlich nicht! Wenn ihr, die ihr Sünder seid, wisst, wie man seinen Kindern Gutes tut, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn darum bitten, Gutes tun.“
Es war revolutionär für die Jünger wie für alle Israeliten, dass Gott als Vater im Himmel angeredet wird. Und wenn wir an die umständlichen Zeremonien des Zeltheiligtums in der Wüste oder des Tempels denken, dann ist Jesu sehr schlichtes Verständnis schon ein qualitativer Unterschied, den wir hier bemerken können. So einfach ist das also: „Bittet, und ihr werdet erhalten.“
Ist es so einfach? Jein. Es ist richtig, dass Eltern nicht so zynisch sind und ihrem Kind statt Brot einen Stein geben. Aber vielleicht will das Kind ja einen Schokoriegel – und die Eltern geben ihm Brot, weil das Kind vom Schokoriegel nicht satt wird. Gott will unser Bestes – keine Frage. Aber er erfüllt uns auch nicht jede Bitte nach einem „Schokoriegel“. Genauso wenig, wie das Kind überblickt, was das Beste für es ist, genauso wenig überblicken wir das im Hinblick auf unser Leben. Klar ist nur – und das ist der eigentlich wesentliche Punkt: Gott gibt uns als liebender Vater keine Steine.
