Tag 278

0

Matthäus 8

Als Jesus sah, dass die Menschenmenge immer größer wurde, wies er seine Jünger an, ans andere Ufer des Sees hinüberzufahren. Da sagte einer der Schriftgelehrten zu ihm: „Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!“ Doch Jesus entgegnete ihm: „Füchse haben ihren Bau, und Vögel haben ihre Nester, aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich hinlegen kann.“ Ein anderer seiner Jünger sagte: „Herr, lass mich erst noch nach Hause gehen und meinen Vater begraben.“ Doch Jesus sagte zu ihm: „Komm jetzt gleich mit mir! Die nicht nach Gott fragen, sollen selbst für ihre Toten sorgen.“

Nachfolge Jesu hat ihren Preis und ist im wörtlichen Sinne bedingungslos. Nun kommt es aber vor, dass wir Menschen doch meinen, irgendwelche Einschränkungen machen zu können. Der erste Mensch, der hier auftritt, ist noch ganz enthusiastisch. Als dann jedoch Jesus auf die Rahmenbedingungen der Nachfolge zu sprechen kommt, scheint er kleinlaut zu werden. Das ist ja auch schwer zu verpacken, wenn es einem bei der Nachfolge schlechter gehen soll als den Tieren.

Der zweite wird von Jesus zur Nachfolge aufgerufen. Wahrscheinlich ist hier nicht gemeint, dass er noch die Beerdigung seines Vaters auszurichten hätte (und womöglich die Traueranzeigen schon gedruckt wären), sondern er wollte (warum auch immer) noch zuwarten, bis der Vater das Zeitliche segnet. Aber beim Ruf zur Nachfolge kann das keine Rolle mehr spielen.

Ein Dritter kommt schließlich zu Jesus. Er möchte dem alten Leben noch letzte Ehre erweisen. Auch diesem erteilt Jesus einen Verweis: Wenn du zurücksiehst, werden die Furchen deines Lebens schief gepflügt!

Man kann sicherlich kein Gesetz daraus machen, im Sinne von: Wenn du in die Mission gehst, darfst du nicht zu Hause „Auf Wiedersehen“ sagen. Aber wir müssen verstehen, dass Jesus erwartet, dass wir seinem Ruf „un-bedingt“ Folge leisten.