Tag 279

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Markus 4

Als es Abend wurde, sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wir wollen auf die andere Seite des Sees fahren.“ Jesus war schon im Boot. So entließen die Jünger die Menge, stiegen zu ihm ins Boot und fuhren los. Einige andere Boote fuhren mit ihnen. Doch bald darauf erhob sich ein heftiger Sturm, und hohe Wellen schlugen ins Boot, bis es fast ganz voll Wasser gelaufen war. Währenddessen schlief Jesus hinten im Boot mit dem Kopf auf einem Kissen. In ihrer Verzweiflung weckten sie ihn schließlich und riefen: „Lehrer, macht es dir denn gar nichts aus, dass wir umkommen?“ Jesus erwachte, bedrohte den Wind und befahl dem Wasser: „Schweig! Sei still!“ Sogleich legte sich der Wind, und es herrschte tiefe Stille. Und er fragte die Jünger: „Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr immer noch keinen Glauben?“ Voll Furcht sagten sie zueinander: „Wer ist dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?“

Wir müssen die Geschichten der Bibel immer wieder versuchen, mit neuem Staunen zu lesen. Wir wissen heute, wer Jesus ist, die Jünger damals hatten es noch nicht begriffen – geschweige denn seine übrige Umwelt. Hüten wir uns aber davor, unser Jesusbild als abgeschlossen zu betrachten – so gut kennen wir ihn dann doch nicht.

Hier kommt erneut ein neuer Aspekt ins Spiel: Jesus als Herrscher über die Naturgewalten. Wir denken heute: „Ist ja klar“, aber den Jüngern war gar nichts klar. Da ist eine lebensbedrohliche Situation, das kleine Fischerboot wird kräftig durchgeschüttelt. Alle sind in heller Panik, nur Jesus macht ein Nickerchen in der Ecke. Schon das sollte uns aufhorchen lassen. Denn es gibt ja Leute, die meinen, sie würden in einer Notsituation Anteil nehmen, indem sie gemeinsam mit den Betroffenen panikartig herumrennen.

Das Zweite, was bei Lichte betrachtet erstaunt: Ein Hilferuf in Richtung des Herrn kann ein Zeichen von Unglauben sein. Die Jünger haben Angst, und die Angst macht deutlich, dass das Vertrauen in Jesus noch fehlt. Da der Herr mit ihnen ist, hätten sie ja ganz gelassen sein können. Da sie aber den Herrn noch nicht so gut kennen, trauen sie ihm das auch nicht wirklich zu. Und meinen nicht auch wir in manchen Lebenssituationen, die Kompetenz Gottes habe ihre Grenze erreicht? Doch, mitten im Tunnel, ohne das Licht am Ende zu sehen, kommen auch uns solche Gedanken.