Lukas 10
Auf ihrem Weg nach Jerusalem kamen Jesus und die Jünger auch in ein Dorf, in dem eine Frau mit Namen Marta sie in ihr Haus einlud. Ihre Schwester Maria saß Jesus zu Füßen und hörte ihm aufmerksam zu. Marta dagegen mühte sich mit der Bewirtung der Gäste. Sie kam zu Jesus und sagte: „Herr, ist es nicht ungerecht, dass meine Schwester hier sitzt, während ich die ganze Arbeit tue? Sag ihr, sie soll kommen und mir helfen.“ Doch der Herr sagte zu ihr: „Meine liebe Marta, du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten! Im Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist – und ich werde es ihr nicht nehmen.“
Marta hat einen gewaltigen Hals auf Maria. Während sie in der Küche die Kochtöpfe in Schach hält, sitzt ihre liebe Schwester im Wohnzimmer und plaudert mit dem Gast. Eine Unverschämtheit! Eigentlich muss Jesus doch mal etwas dazu sagen. Und schon spricht sie Jesus darauf an.
Die Antwort ist aber wahrscheinlich nicht ganz das, was Marta hören wollte. Denn Jesus nimmt Maria in Schutz. Sie habe es genau richtig gemacht, meint der Herr. Wie das? Sind die Arbeitsbienen im Reich Gottes weniger angesehen als die, die es sich im Wohnzimmer gemütlich machen?
Das Problem der Marta ist: Zwar ist sie ungeheuer aktiv (sogar für den Herrn!), aber durch die Vielzahl ihrer Aktivitäten verliert sie die eigentlich wesentliche Aktivität in diesem Moment aus dem Auge. Diesen Fehler hat wiederum Maria nicht begangen.
Es wird an anderen Stellen der Bibel klar, dass Arbeit im Reich Gottes auch wirkliche Arbeit ist. Daher ist ein Lob der Faulheit nicht angebracht. Aber auch kein Lob der Gschaftlhuberei. Wer den Geruch der Betriebsamkeit vor sich herträgt, erweckt den Verdacht, wesentliche Dinge im Reich Gottes nicht begriffen zu haben.
