Matthäus 20
Später kam die Mutter von Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, mit ihren Söhnen zu Jesus. Sie kniete respektvoll vor ihm nieder, denn sie wollte ihn um einen Gefallen bitten. „Was möchtest du?“, fragte er sie. Sie antwortete: „Wirst du meinen Söhnen in deinem Reich die Ehrenplätze neben dir geben, den einen rechts und den anderen links von dir?“ … Als die anderen zehn Jünger hörten, worum Jakobus und Johannes gebeten hatten, ärgerten sie sich. Doch Jesus rief sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, dass in dieser Welt die Könige Tyrannen sind und die Herrschenden die Menschen oft ungerecht behandeln. Bei euch soll es anders sein. Wer euch anführen will, soll euch dienen, und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave werden. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“
Da möchte die Mutter von Jakobus und Johannes doch ihre guten Beziehungen nutzen und sich für die fromme Karriere ihrer Jungen einsetzen. Sie spekuliert dabei auf die ganz große Nummer: der eine Präsident im Reich Gottes, der andere Kanzler. Man muss ja irgendwie alle gleich halten.
Den Söhnen scheint solche Fürsprache auch gar nicht peinlich zu sein. Und die Mutter ist ja auch eine ganz fromme Frau, die durchaus begriffen hat, dass Jesus kein normaler Mensch ist.
Doch mit dieser Bitte hat sie über das Ziel hinausgeschossen. Denn erstens hat das seinen Preis: nämlich Leiden (V. 22-23). Den sind zwar die Söhne (zumindest in diesem Moment) bereit zu zahlen. Aber dann muss Jesus sie weiter enttäuschen: Mit diesem Preis ist immer noch nicht gesagt, dass man die gewünschten Posten bekommt, denn die wird der Vater im Himmel frei auswählen. Fest steht aber eins: Es werden wohl kaum die werden, die besonders danach schielen.
Um so zu leben, wie Gott es will, muss man Weltmeister im Dienen sein. Es geht nicht darum, (fromme) Herrschaft über andere Menschen auszuüben, sondern andere Menschen durch seinen Dienst zu fördern. Das kann – wie bei Jesus – bis zur Hingabe des eigenen Lebens gehen.
