Matthäus 26
In der Zwischenzeit war Jesus zu Gast im Haus von Simon, einem Mann, der früher einmal Aussatz gehabt hatte. Während des Abendessens kam eine Frau mit einem wunderschönen Gefäß mit teurem Parfümöl herein, das sie ihm über den Kopf goss. Die Jünger waren sehr aufgebracht, als sie das sahen. „Was für eine Geldverschwendung“, ärgerten sie sich. „Sie hätte es lieber für viel Geld verkaufen und den Erlös den Armen geben sollen.“ Doch Jesus erwiderte: „Warum fallt ihr über sie her? Sie tut mir etwas Gutes. Die Armen werdet ihr immer bei euch haben, aber ich werde nicht mehr lange bei euch sein. Sie hat dieses Parfümöl über mir ausgegossen, um meinen Körper zum Begräbnis vorzubereiten. Ich versichere euch: Überall auf der Welt, wo man die gute Botschaft verbreiten wird, wird man auch davon sprechen, was diese Frau getan hat.“
Was den Umgang mit Gaben angeht, ist diese Geschichte besonders provokativ. Diese Frau hat sich aus irgendeinem Grund irrsinnig teures Parfüm leisten können. Und was macht sie damit? Es schön dosiert sich nur an hohen Festtagen hinter die Ohrläppchen tupfen? Nein, sie schüttet es Jesus über den Kopf. Sie bringt das Beste, was sie hat, dem Herrn – und zwar in drastischer Weise.
Da melden sich aus dem Jüngerkreis die Herren vom Controlling: Mit diesem Geld – was hätte man da nicht alles machen können, zum Beispiel hätte man es den Armen geben können. Hätte man vielleicht können, hätte aber niemand getan.
Das, was die Frau tut, tut sie aus Liebe. Liebe rechnet nicht. Und außerdem hat es noch eine tiefere Bedeutung: Die Frau hat Jesus – ohne es vermutlich zu ahnen – zum Begräbnis gesalbt. Solche Dinge haben Ewigkeitsbestand.
