Tag 309

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Matthäus 21

Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und die Jünger durch das Städtchen Betfage am Ölberg. Jesus schickte zwei der Jünger voraus. „Geht in das Dorf dort“, sagte er, „dort werdet ihr eine Eselin angebunden sehen und bei ihr ein Fohlen. Bindet die beiden los und bringt sie her. Wenn jemand fragt, was ihr da tut, dann sagt nur: ,Der Herr braucht sie‘, und man wird sie euch mitgeben.“ Auf diese Weise wurde die Prophezeiung erfüllt: „Sagt dem Volk Israel: ,Seht, euer König kommt zu euch. Er ist sanftmütig und reitet auf einem Esel – ja auf dem Fohlen eines Esels, dem Jungen eines Lasttieres.‘“ Die beiden Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Tiere zu ihm, warfen ihre Mäntel über das Fohlen, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Mäntel vor Jesus auf der Straße aus. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und bestreuten den Weg damit. Er befand sich in der Mitte des Zuges, und die Menge um ihn herum jubelte: „Gelobt sei Gott für den Sohn Davids! Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt! Lobt Gott im höchsten Himmel!“

Dass jemand auf einem Esel in Jerusalem reitet, dürfte nichts Besonderes gewesen sein. Besonders wird es dadurch, dass Jesus mit diesem Ritt eine Prophetie des Sacharja (9,9) erfüllt. Außerdem liegt über der ganzen Szene ein Hauch von Unwirklichkeit. Der Starkult um Jesus – und als solches kann man das Verhalten der Menschen zur Zeit seines irdischen Wirkens durchaus bezeichnen – erreicht hier seinen Höhepunkt.

Da werden Palmzweige auf den Weg geworfen, Mäntel zur Ehre auf der Straße ausgebreitet. Ob das Volk selbst weiß, was es mit den Zitaten aus den Psalmen zum Ausdruck bringt? Auch waren nicht alle, die des Weges kamen, so richtig im Bilde, was hier geschah. War es überhaupt irgendjemand außer dem Herrn selbst? Für diesen kurzen Moment wird Jesus rein äußerlich wirklich die Ehre gegeben, die ihm gebührt – doch wird sich dieser Höhepunkt als Anfang vom Ende erweisen.