Tag 346

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1. Korinther11

Docheuchgeht es offenbar gar nicht um das Abendmahl, wenn ihr zusammenkommt. Denn mir wurde berichtet, dass einige von euch, kaum seid ihr beisammen, sofort anfangen, ihr selbst mitgebrachtes Essen zu verzehren. Sie teilen es nicht mit den anderen, sodass manche hungrig bleiben; wieder andere betrinken sich. Ist das wirklich wahr? Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder wollt ihr der Gemeinde Gottes Schande machen und die Armen beschämen? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch dafür loben? Nein, dafür lobe ich euch nicht. … Wer also unwürdig dieses Brot isst oder aus diesem Kelch des Herrn trinkt, der macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. Deshalb solltet ihr euch prüfen, bevor ihr das Brot esst und aus dem Kelch trinkt. Denn wenn ihr unwürdig das Brot esst und aus dem Kelch trinkt und damit den Leib Christi entehrt, dann esst und trinkt ihr euch zum Gericht Gottes. Aus diesem Grund sind viele von euch schwach und krank, und einige sind sogar gestorben.

Das soll eine Abendmahlsfeier sein? Ganz egal, ob wir aus einer kirchlichen oder freikirchlichen oder gar keiner christlichen Tradition kommen – wir merken: Offenbar ist hier nicht von der erhabenen Feier die Rede, wie wir sie aus der Kirche kennen, sondern von einem regelrechten Gelage. Wie das?

In Korinth ist offenbar das Vorprogramm zum Abendmahl aus dem Ruder gelaufen: Reiche packten ihre Köstlichkeiten aus und fingen an zu schlemmen, während die Armen Stielaugen bekamen. Von Tischmanieren konnte keine Rede mehr sein, und einige ergaben sich sogar dem Suff.

Das hatte mit der Absicht Jesu in Bezug auf das Abendmahl nichts mehr zu tun. Also erteilt Paulus einen Ordnungsruf. Er mahnt, an die Einsetzungsworte des Herrn zu denken und die Bedeutung, die Brot und Wein haben. Insbesondere soll das Abendmahl aber immer wieder an den Opfertod Jesu erinnern. Wer aber mit dem Verlangen dahin kommt, Völlerei zu betreiben und Mitchristen dadurch auch noch zu beschämen, hat gar nichts verstanden und ist unwürdig, das Abendmahl zu nehmen.

Auch wenn wir heute nicht mehr in derselben kulturellen Situation stehen, bleiben zwei Ermahnungen des Paulus bestehen: erstens die Armen mit unserem Wohlstand nicht zu beschämen und zweitens das Abendmahl nicht aus falschen Motiven zu uns zu nehmen.