Tag 228

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Jona 1-2

Der HERR schickte Jona, dem Sohn von Amittai, folgende Botschaft: „Mach dich auf den Weg und geh in die große Stadt Ninive! Ruf aus, was ich gegen sie vorbringen muss, denn ihre Bosheit stieg bis zu mir hinauf!“ Doch Jona machte sich auf den Weg, um vor dem HERRN nach Tarsis zu fliehen. Er ging hinunter nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das nach Tarsis auslief. Er bezahlte die Überfahrt und ging an Bord, um nach Tarsis zu kommen. Er wollte weg vom Angesicht des HERRN. Doch der HERR ließ einen heftigen Wind auf dem Meer aufkommen, der zu einem Sturm wurde, sodass das Schiff zu zerbrechen drohte. … „Nehmt mich und werft mich ins Meer“, sagte Jona, „dann wird es sich um euch herum beruhigen. Denn ich weiß, dass dieser schreckliche Sturm meinetwegen über euch gekommen ist.“ Doch die Männer ruderten mit aller Kraft, um zum Ufer zurückzukehren. Aber das Meer war zu stürmisch und sie schafften es nicht. Da riefen sie zum HERRN: „Ach HERR“, baten sie, „lass uns nicht wegen dieses Mannes umkommen. Und mach uns nicht für den Tod eines Unschuldigen verantwortlich. Denn du hast es doch so gewollt und danach gehandelt, HERR.“ Dann packten sie Jona und warfen ihn ins Meer. Und das Meer beruhigte sich. Die Seeleute wurden von tiefer Ehrfurcht vor dem HERRN ergriffen, brachten ihm Opfer und schworen ihm zu dienen. Der HERR schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Drei Tage und drei Nächte war Jona im Bauch des Fisches. Und Jona betete zum HERRN, seinem Gott, aus dem Bauch des Fisches und sagte: „In meiner Not rief ich zum HERRN und er antwortete mir. Ich schrie zu dir aus dem Totenreich, und du hörtest meine Stimme! …“ Da befahl der HERR dem Fisch, Jona am Strand auszuspucken.

Nicht jeder Prophet sagt wie Jesaja „Hier bin ich! Wo steht das Klavier?“ Jona war von der anderen Sorte. Da will Gott ihn beauftragen, ins ferne Ninive im Osten zu reisen. Und was macht Jona? Er bucht ein Schiff in den äußersten Westen in der naiven Vorstellung, Gott entwischen zu können. Damals meinte man aber auch eher als heute, dass ein Gott nur lokal begrenzt wirksam sei.

Was dann folgte, war nicht ganz das, was Jona erhofft hatte. Seinetwegen brach ein Sturm aus, der ihn selbst und die Schiffscrew, mit der er reiste, in Lebensgefahr brachte. Erstaunlich: In höchster Not beten die an sich wenn nicht gott-losen, so doch jahwe-losen Seeleute zum HERRN. Selbst die Flucht des Propheten hat also noch positive Nebenwirkungen.

Das gilt zunächst allerdings nicht für den Propheten selbst. Der wird ins Wasser geworfen, dann unter hoher Walbeteiligung aber doch gerettet. (Oder war es doch ein Fisch? Man hatte damals aber nicht unser biologisches Klassifikationssystem.) Das geistliche Schlüsselerlebnis hat Jona dann im Bauch des Tieres. Er kommt zur Kapitulation vor Gott – und Gott ist gnädig: Jona erhält eine zweite Chance, seinen Auftrag zu erfüllen.

Weglaufen vor Gott bringt nichts. Das ist theoretisch klar, praktisch spielt uns unsere Natur aber immer wieder einen Streich. Doch Gott hat Stürme, Fische und andere Mittel und Wege, uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei kann es aber auch in unserem Leben durchaus stürmisch zugehen.