Tag 243

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Johannes 2

Das alljährliche Passahfest stand bevor, und Jesus ging nach Jerusalem. Im Hof des Tempels sah er Händler, die Rinder, Schafe und Tauben als Opfertiere zum Verkauf anboten; und er sah Geldwechsler hinter ihren Tischen sitzen. Da machte Jesus aus Stricken eine Peitsche und jagte sie alle aus dem Tempel. Er trieb die Schafe und Rinder hinaus, warf die Münzen der Geldwechsler auf den Boden und stieß ihre Tische um. Dann ging er zu den Taubenverkäufern und befahl ihnen: „Schafft das alles fort. Macht aus dem Haus meines Vaters keinen Marktplatz!“ Da erinnerten sich die Jünger an die Prophezeiung aus der Schrift: „Die Leidenschaft für dein Haus brennt in mir.“ „Woher nimmst du das Recht, so etwas zu tun?“, fragten die Juden. „Wenn du diese Vollmacht von Gott hast, dann beweise es uns durch ein Wunder.“ „Nun gut“, erwiderte Jesus. „Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen.“ „Was?“, riefen sie aus. „Es hat sechsundvierzig Jahre gedauert, diesen Tempel zu bauen, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufbauen?“ Doch Jesus hatte mit ,diesem Tempel‘ seinen eigenen Körper gemeint. Später, als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich die Jünger an das, was Jesus gesagt hatte. Und sie glaubten der Schrift und den Worten von Jesus. Durch die Wunder, die er während des Passahfestes in Jerusalem tat, glaubten viele Menschen an seinen Namen. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie und wusste, wie es in den Menschen wirklich aussieht. Ihm brauchte über die menschliche Natur niemand etwas zu sagen.

War Jesus in Kana noch der, der die Party rettete, ist er nun hier derjenige, der sagt: „Schluss mit lustig.“ Der Tempel (das Haus seines Vaters!) ist offenbar zum Kommerztempel verkommen. Das bringt ihn in höchste Erregung. In jedem Fall hat das nun nichts mehr zu tun mit einem milden Messias, dem lieben Heiland, wie er uns von den Schlafzimmerbildern unserer (Ur-)Großeltern noch entgegengelächelt hat.

Überhaupt ist Jesus beileibe kein Mildling. Wir haben hier manchmal ein verzerrtes Bild. In den Augen seiner Mitmenschen war Jesus ein kantiger und eigenwilliger Mann, der durch Taten und Worte provozierte und Gräben aufriss. Ihn sich als salbungsvollen Wanderprediger vorzustellen, geht jedenfalls völlig an der Wirklichkeit vorbei. So kann uns diese Geschichte dazu verhelfen, unser Jesusbild zu korrigieren.