Tag 327

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Johannes 20

Einer der Jünger, Thomas, der auch „Zwilling“ genannt wurde, war nicht dabei gewesen, als Jesus kam. Sie erzählten ihm: „Wir haben den Herrn gesehen!“ Doch er erwiderte: „Das glaube ich nicht, es sei denn, ich sehe die Wunden von den Nägeln in seinen Händen, berühre sie mit meinen Fingern und lege meine Hand in die Wunde an seiner Seite.“ Acht Tage später waren die Jünger wieder beisammen, und diesmal war auch Thomas bei ihnen. Die Türen waren verschlossen; doch plötzlich stand Jesus, genau wie zuvor, in ihrer Mitte. Er sprach: „Friede sei mit euch!“ Dann sagte er zu Thomas: „Lege deine Finger auf diese Stelle hier und sieh dir meine Hände an. Lege deine Hand in die Wunde an meiner Seite. Sei nicht mehr ungläubig, sondern glaube!“ „Mein Herr und mein Gott!“, rief Thomas aus. Da sagte Jesus zu ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Gesegnet sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben.“

Das Gerücht von der Auferstehung hat sich schon verbreitet. Den Frauen am Grab, den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus (Lukas 24,13-35) und dem ganzen Jüngerkreis ist Jesus inzwischen erschienen. Dennoch gibt es Skeptiker wie Thomas. Thomas glaubt allen Berichten einfach nicht, auch wenn seine Freunde ihm einträchtig und begeistert davon erzählen. „Ich glaube nur das, was ich sehen und anfassen kann“, meint er. Insofern ein moderner und aufgeklärter Mensch.

Dem Thomas wird dann eine Sonderoffenbarung des Herrn zuteil – und er darf Jesus wirklich sehen und anfassen. Das überzeugt den bis dato Ungläubigen. Nun ist das aber keine Geschichte, die beispielhaft für uns wäre, denn Jesus sagt, dass die gesegnet sind, die nicht sehen und trotzdem glauben. Auf Gottesbeweise, besondere Manifestationen und Erscheinungen, Spezialoffenbarungen, die uns etwas Sichtbares liefern, können wir also lange (und vergeblich) warten. Gott beantwortet meistens nicht unsere Bedürfnisse nach etwas zum Anfassen – und es liegt der Segen eben darin, gegen den Augenschein zu vertrauen.