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Der Konflikt um die Predigt des Bremer Pastors Olaf Latzel erreicht nun auch den Landtag in der Hansestadt. Die Bürgerschafts-Fraktion der Linken legte eine Entschließung „gegen Hasspredigten und Diskriminierung von der Kanzel“ vor, die die Parlamentarier in der kommenden Woche behandeln sollen.

In der Entschließung heißt es unter anderem: „Die Bremische Bürgerschaft distanziert sich von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten. Religionsausübung und -verkündung dürfen eine Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Konfession oder ihrer sexuellen Orientierung weder motivieren noch legitimieren.“ Und weiter: „Die Bremische Bürgerschaft begrüßt die Distanzierung der Bremischen Evangelischen Kirche und der Beschäftigten gegen die aufwiegelnde und herabwürdigende Predigt von Pastor Olaf Latzel. Die Äußerungen in der Predigt vom 18. Januar 2015 sind absolut indiskutabel und dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben.“

Latzel hatte in einer Predigt am 18. Januar das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“ und Buddha als „dicken, fetten Herrn“ bezeichnet. Zudem sprach er vom katholischen „Reliquiendreck“. Für einige dieser Formulierungen hatte sich der 47-jährige Pastor allerdings entschuldigt und betont, er habe „ausschließlich gegen Religionsvermischung gepredigt“. Die Gemeindeleitung der St. Martini Kirche stellte sich in einer Erklärung hinter ihren Pastor. In den sozialen Netzwerken erhält Latzel viel Zuspruch von konservativen Christen.

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(Quelle: epd)