Evangelische Kirche nutzt zukünftig das Gendersternchen

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Auf einer Holzoberfläche liegt ein symbolisierter Kopf mit Fragezeichen. Darüber liegen Symbole für verschiedene sexuelle Ausprägungen.
Symbolbild: AndreyPopov / istock / Getty Images Plus / Getty Images
Die Evangelische Kirche bemüht sich um geschlechtergerechte Sprache. Dabei empfiehlt sie verschiedene Formen, unter anderem Schreibungen mit Stern. 
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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will geschlechtergerechte Sprache für ihre öffentliche Kommunikation nutzen. Das beschloss der Rat der EKD auf seiner Sitzung vergangene Woche, wie das Kirchenamt am Dienstag in Hannover mitteilte. Je nach Aussageabsicht könnten unterschiedliche Formen angewendet werden, heißt es in der Empfehlung des Rats.

So können zum einen geschlechtsindifferente Personenbezeichnungen wie Fachkraft oder Mitglied und Pluralformen wie Ehrenamtliche oder Mitarbeitende benutzt werden. Zum Anderen empfiehlt die EKD Formen, die geschlechtliche Vielfalt sichtbar machen: zum Beispiel Paarformen (Pfarrerinnen und Pfarrer), wenn die Beteiligung von Frauen hervorgehoben werden soll, und die Verwendung des sogenannten Asterisk (*) als aktuell gebräuchlichster Form, um die Vielfalt der Geschlechter zum Ausdruck zu bringen.

Asterisk nicht bei Gesetzen

In Gesetzen, Richtlinien, Ordnungen oder Satzungen sollen die Regeln des vom Bundesjustizministeriums herausgegebenen „Handbuchs der Rechtsförmlichkeit“ gelten. Derzeit sehe es vor, dass zur sprachlichen Gleichbehandlung vorzugsweise geschlechtsneutrale Formulierungen oder kreative Umschreibungen benutzt werden. Sofern notwendig, könnten auch Paarformen benutzt werden. Die Nutzung des Asterisk ist nach diesen Regeln nicht erlaubt.

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Die EKD hatte zusammen mit dem Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung ein Faltblatt „Sie ist unser bester Mann! – Wirklich? Tipps für eine geschlechtergerechte Sprache“ herausgegeben, das kürzlich in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen ist. Das Personenstandsrecht wurde 2018 um ein drittes Geschlecht ergänzt, seither können Menschen sich als „männlich“, „weiblich“ oder „divers“ bezeichnen.

16 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich setze mich ja immer (gerne) in die Nesseln, wenn ich auf das prinzipielle Problem der (schon vorhandenen?) Trennhilfen bei Textverarbeitungsprogrammen (trennt die auch Wörter mit * „richtig“) hinweise. Solange bleibt der * für mich eine Empfehlung, keine Vorschrift.

    Der Gebrauch von Sprache sollte immer praktisch anwendbar bleiben.
    Das in den 80er und Anfang der 90er vor-geschriebene ..Innen ja auch nicht durchgesetzt und ist mittlerweile wieder fast verschwunden. Welchen Fortschritt (außer dem, dass man auf alten Schreibmaschinen den Asterisk vielleicht vergeblich sucht) hat denn die neue Zeichensetzung?

    Es gibt Organisationen wie den Duden, welche die deutsche Sprache bestmöglich be-schreiben,
    und es gibt Organisationen, die einem vor-schreiben, wie man zu schreiben hat.

    Welcher Organisation man jetzt mehr Wert im Leben zumisst, bleibt ein jedem selbst überlassen. Die Gedanken sind bekanntlich frei.

    LG
    Peter

  2. Die Evangelische Kirche Deutschland hat Jesus und die Bibel völlig aus dem Blick verloren und schaufelt sich das eigene Grab, in das sie auch verdientermaßen gehört. Kirche ist nur da, wo Jesus Christus – das Wort Gottes – auch bestimmend ist. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und nichts dazwischen. Wer schon das nicht mehr glaubt – was bleibt da noch? Es ist wirklich bestürzend.

    • Die Konfusion ist das Ziel, mit dem die Neue Weltordnung durchgesetzt werden soll.
      Keine Mauer soll bleiben, an der sie sich mit dem Rücken stützen können.
      Alle Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten werden zerschlagen.
      Die große Zeit des Antichristes.

  3. Was mich in der kirche hält bzw. was mich tröstet, ist das, dass Gott immer noch menschen in diese kircbe beruft und solange hat ER sie noch nicht aufgegeben.

  4. Offenbar sind noch nicht genügend Menschen aus der Kirche ausgetreten, könnte man sarkastisch sagen. Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass sich die EKD an der Verhunzung der Deutschen Sprache beteiligt.

  5. Damit konnte man doch rechnen. Seltsam, dass das so lange gedauert hat. Endlich gilt auch „divers“. Wo das allerdings in der Bibel steht, da muss die EKD erfolglos suchen. Aber vielleicht fügt die EKD ja noch das in die Bibel ein, nach dem Beispiel von Luther 17.

  6. Herzlichen Glückwunsch! Die Evangelische Kirche ist auf ihrem Weg „sich selbst abzuschaffen“ wieder ein Stück weitergekommen!

  7. Das ganze ist ein witz, wie kann´die kirche soetwas befürworten, nun man kann nur noch beten für die ungläubigen der ekd. wer ist denn bei dem verein noch gläubig bzw. wieder geboren. nun aber genau das steht aber in der bibel, über den großen abfall, das ganze erinnert an die pfarrisäer zu jesu zeiten. wahrscheinlich kann man demnächst sich bei der taufe zwischen den 70 gschlechtern entscheiden wie man getauft werden möchte. arme gläubige ekd.die predigt möchte ich einmal hören, soiel sinnenlerrung

  8. Na Glückwunsch: das Wort „Sprache“ hat ja irgendwie auch mit „sprechen“ zu tun, und da brech ich mir ja die Zunge beim Predigen und in den Gesprächen. Und beim Blick in die Bibel fällt mir bei Stern nur die Weihnachtsgeschichte ein ;o). Der arme Martin Luther. Sagte er nicht, man müsse dem Volk aufs Maul schauen und so reden, dass sie uns verstehen? Oder hieß es etwa doch „dem Volk nach dem Munde reden“? Da kommt ein solches Kauderwelsch heraus! Die „Bibel in gerechter Sprache“ war und ist ja schon nicht mehr wirklich zu gebrauchen, und wenn sie schon von der „heiligen Geistkraft“ inspiriert sein soll, frage ich mich, warum man vergessen hat, dem Satan eine weibliche Variante aufzudrücken.
    Und jetzt können mich gern wieder alle, die das toll finden, als altmodisch und ewig gestrig beschimpfen – aber meine Gemeinde versteht wenigstens, was ich sage :o).

    • Lieber Herr Voget,
      ich sehe das auch als eine Empfehlung, kein „muss“ für den Gemeindebrief. Sprechen kann man das ja eh nicht.
      Die Abteilung für „Gender“ für was man die braucht verstehe ich ja auch nicht, musste mal zeigen, dass sie noch da ist.
      Es sind übrigens nur ein paar Seiten mit Beispielen wie man es anders sagen könnte. Natürlich sollen wir auch noch darauf achten dass unsere Gemeinde und unsere Diakonie weiblich sind. Ist das gerecht? In anderen Ländern sind manche Dinge weiblich, die bei uns sächlich sind. Daher sagen Franzosen die Meer, da es in der französischen Sprache weiblich ist.
      Wer vor zwanzig Jahren Familie Heinz Becker geschaut hat merkte im Saarland ist Hilde Becker nicht weiblich. Es Hilde ist sächlich. AKK hat jetzt aber keine Initiative gestartet, dass Frauen im Saarland weiblich sind. – Achtung Ironie –
      Eine Diakonin sagte mir einmal – mit einem Gottvater habe ich keine Probleme. Manche würden ihn wohl auch gerne verweiblichen, so wie sie uns Sternchen vorschreiben wollen. Was der einzelne Pfarrer dann macht ist wieder etwas anderes.

      • Lieber Jochen,
        ein „muss“ wäre ja noch schöner ;o). Normalerweise übe ich mich in Gelassenheit, und ein paar Dinge sind ja auch wirklich wichtig. Als eine Kollegin alle Post zurückgehen ließ, die die Landeskirche konsequent an „Herr“ … schrieb, musste ich lachen, obwohl es natürlich nicht zum Lachen war. Auch die Standesbeamtin, die meine Frau udn mich getraut hat, wies vorsorglichd arauf hin, dass es leider nicht anders ghinge, als dass unter ihrem namen „der Standesbeamte“ stünde. Nun ja, das ist immerhin 29 Jahre her …
        Beten wir also ruhig weiter um den Heiligen geist Gottes, dass er uns Weisheit schneke und Liebe und Geduld und all das andere, was wir immer noch nicht alleine hinkriegen :o).

  9. Es ist immer wieder ernüchternd wie Menschen die Bibel und Gott benutzen um ihre Arroganz zu verschleiern und sich als Hüter der Werte aufzuspielen. Es ist widerlich, wie sprachlicher Diskriminierung das Wort geredet wird. Es ist ein guter Schritt der EKD, sich nicht von den reaktionären, lieblosen Biblizisten beherrschen zu lassen.

  10. Manche Äußerungen beschädigen Menschenwürde

    Man kann das mit dem Gender(wahn) vielleicht als übertrieben empfinden, aber die hier bereits veröffentlichten Meinungen und Überzeugungen über den Zustand der Kirche/n, die sich ja fast wie Kommentare über die fünfte Kolonne der Hölle anhören, haben mit meiner Realität nichts zu tun. Bei aller Kritik an den Kirchen, in denen es viel Licht und auch viel Schatten gibt, haben sie nicht verdient so über einen Kamm gebürstet zu werden. Dies schreibe ich bei aller Kritik an bestimmten Entwicklungen, dem Dornröschenschlaf so mancher Gemeinde und den falschen Konzepten, die manchmal zutage treten. So könnte man anmerken, daß wir dem Heiligen-Geist Knüppel zwischen die Beine werfen, auch wenn manche so eine vernichtende Kritik ohne jegliche sinnvollen und nachvollziehbaren Argumente in die Welt setzen. Warum eine geschlechter- gerechte Sprache so etwas schlimmes ist – auch wenn ihre Realisierung praktisch schwierig ist – vermag ich nicht zu erkennen. Wer Realitäten leugnet wie die Tatsache dass es „divers“ bei Menschen gibt und alles was damit zusammenhängt, handelt wie Pippi Langstrumpf nach dem Motto: „Ich mache mir meine Wunschwelt, wie sie mir gefällt“! Gott hat den homosexuellen, bisexuellen und den Menschen ohne oder mit zwei Geeschlechtsmerkmalen genauso geschaffen und liebt ihn wie jeden anderen. In meinen Bibeln, egal in welcher Übersetzung, steht ganz deutlich, daß wir jeden Menschen lieben sollen. Es sei denn, Gott hätte sich geirrt. Diese Homophobie in Form einer Genderschelte beschädigt die Menschenwürde und dies ist eigentlich eine neue Form von Rassismus. Daß Evangelikale dabei in nennenswerter Anzahl mitmachen hoffe ich nicht, aber die Hoffnung stirbt bekanntlch zuletzt. Vielleicht dient immer noch der uralte Spruch doch noch dazu, einmal aufrichtig nachzudenken. Er lautet ganz schlicht: „Was hätte Jesus wohl dazu gesagt“!!?? Wenn Gott uns nach seinem Ebenbild schuf und damit auch mit unveräußerlicher Würde ausstattete, dann hat jeder auch noch so vom Normalmaß abweichende Mensch ganz einfach auch das Recht, sein Menschsein zu lieben. Möglichst mit guten Zeitgenossen. Warum das Thema Gender einige meiner lieben Mitchristinnen und Mitchristen so auf die Palme bringt, hat leider auch mit Sexualität zu tun. Esr gibt nicht nur den Normalmann und die Normalfrau, sondern einiges dazwischen. Warum ausgerechnet wir Jesusnachfolger so ein ungeklärtes Verhältnis zu unserer Körperlichkeit haben, ist als Frage sehr ernst gemeint. Eigentlich dürften wir mehr erlöst und befreit sein, denn Gott hat sich mit uns allen versöhnt. So wie wir sind und wie wir sein könnten.

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